zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

23. November 2017 | 17:52 Uhr

"Wir haben viel bewegt"

vom

Heute in unserer Serie: Burckhard Kasten / Wandern und Enkel halten ihn fit

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Gettorf | In einer Serie besuchen wir Persönlichkeiten, die früher im Dänischen Wohld gewirkt haben und berichten in loser Folge, wie sich ihr Leben verändert hat. Heute in der Reihe "Was macht eigentlich ... ?": Burckhard Kasten.

20 Jahre war er in der Gettorfer Gemeindepolitik und als Abgeordneter für die CDU im Kreistag aktiv. Er war Bürgervorsteher, stellvertretender Bürgermeister und sogar Bürgermeister. Gerade kommt Burckhard Kasten von einer Reise mit seiner Frau von der Insel Rügen zurück. Er sitzt zu Hause im Garten, trägt ein sportliches Shirt und Jeans, erzählt, lacht viel und wirkt entspannt. Drei Jahre ist es jetzt her, seit er aus gesundheitlichen Gründen aus der Politik ausgestiegen ist. "Jetzt geht es mir wieder gut, den Umständen entsprechend", sagt der 69-jährige Polizist im Ruhestand nach seiner Krebsoperation. "Ich mache mich nicht verrückt deswegen."

1990 wechselte er damals aus der Führungsriege des Gettorfer TV in die Politik. Vom bürgerlichen Mitglied im Sportausschuss arbeitete er sich von der Pike auf hoch und wurde nach dem Ausscheiden des hauptamtlichen Bürgermeisters Dieter Schönfeld für die Übergangszeit zum Bürgermeister gewählt. "Das Gestalten und der Kontakt mit den Bürgern, das hat Spaß gemacht", sagt er. Auf Kreisebene saß er dem Liegenschaftsausschuss vor, zu dessen Aufgaben es gehörte, gemeinsam mit der Verwaltung alle Kreisstraßen und kreiseigenen Gebäude zu bewerten und instand zu setzen. Ein Höhepunkt für ihn war, als das kreiseigene Gymnasium Altenholz für mehrere Millionen saniert und an die Gemeinde Altenholz übertragen wurde. "Wir haben viel bewegt mit den Bürgermeistern und Verwaltungsleuten", sagt er rückblickend.

Gern hätte er noch weitergemacht bis zur Kommunalwahl 2013. Die Politik in Gettorf verfolgt der Pensionär bis heute, mischt sich aber nicht ein. Den Kontakt zu den Bürgern aber hält er. "Wenn ich einkaufen gehe, komme ich vor zwei, drei Stunden nicht wieder", gesteht er zum Leidwesen seiner Frau und lacht. Die freie Zeit genießt er, fährt mit seiner Frau zum Bergwandern in Deutschland, nach Österreich und in die Schweiz. Oder er geht Fossilen sammeln entlang der Ostseeküste von der Geltinger Bucht bis zur Mecklenburgischen Küste. Am liebsten im Frühjahr, Herbst und Winter, wenn nicht so viele Touristen da sind. "Das ist für mich Erholung und Meditation", bekennt Burckhard Kasten. "Man ist ja allein mit sich, dem Meer und der Natur." Auf Regalen in seinem Keller verbirgt sich inzwischen eine beachtliche Sammlung versteinerter Seeigel, Einschlüsse in Feuersteine, Donnerkeile und Hühnergötter, also Steine mit natürlich entstandenen Löchern. Entsprechende Literatur dazu hat er sich zugelegt. Es ist die Geschichte, die ihn fasziniert. "Das sind ja Millionen von Jahren, die die Fossilien im Erdreich und in den Kreidefelsen geschlummert haben", sagt er.

Darüber hinaus betreuen er und seine Frau zwei Mal in der Woche, manchmal auch öfter, ihre Enkel in Kronshagen, den 13-jährigen Lucas und den zehnjährigen Moritz. Ihre Tochter, die für die Landesregierung arbeitet, ist viel unterwegs. Sie kochen das Mittagessen für die Jungen, helfen ihnen bei den Hausaufgaben oder unternehmen etwas. "Das hält auch fit", merkt Burckhard Kasten. Eines würde er gern noch mal machen, verrät er: Nach den Winterstürmen als freiwilliger Helfer die Hallig Hooge wieder in Ordnung bringen. Für das Projekt "Hand gegen Koje" werden jedes Jahr Helfer gesucht, die Rasen mähen, Bänke streichen, Zäune reparieren und Unkraut zupfen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen