Bauarbeiten : Winterstarre an der Hafenspitze Eckernförde

Unerwarteter Fund: Bei Erdarbeiten sind alte Fundamente zum Vorschein gekommen, die entfernt werden müssen. Foto: Peters
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Unerwarteter Fund: Bei Erdarbeiten sind alte Fundamente zum Vorschein gekommen, die entfernt werden müssen. Foto: Peters

Der lange Winter hat an der Eckernförder Hafenspitze seine Spuren hinterlassen. Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts wird auf 2014 verschoben - und auch die Pläne haben sich geändert.

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12. April 2013, 09:51 Uhr

Eckernförde | Dort, wo an der Eckernförder Hafenspitze jetzt die ersten Stockwerke des Appartementhauses im Rohbau stehen sollten, ist bislang nur das Fundament zu sehen. Es ruht auf 94 Betonpfählen, die jeweils 20 Meter lang sind und die schon im Spätherbst gegründet wurden. Die weiteren Bauarbeiten kamen jedoch wegen des Wintereinbruchs im März komplett zum Erliegen. "Eigentlich wollten wir mit dem Appartementhaus bis zum Spätherbst 2013 fertig werden", sagt Kai Schurkemeyer, Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft Penta Nord. "Aber das wird jetzt nichts mehr." Der Fertigstellungstermin hat sich auf nächstes Jahr verschoben.

Doch mit den steigenden Temperaturen sollen auch die Bauarbeiten wieder in Angriff genommen werden. Allerdings haben sich die Pläne teilweise geändert: Die gelbe Halle, die ursprünglich in diesem Frühjahr abgerissen werden sollte, wird nun umfunktioniert und bleibt noch mindestens bis Ende des Jahres stehen. Die Nutzer des Parkhauses sollen demnächst mit ihren Autos hierher umgesiedelt werden, in zwei Wochen werden dann die ersten Arbeiten am Parkhaus angegangen.

Die Vermarktung läuft blendend

Dort sollen vier Lofts und sieben Bungalows in und auf dem Parkhaus sowie ein Haus mit Platz für acht Wohnungen und zwei Geschäften entstehen. Damit die unteren Teile der zweigeschossigen Lofts in der ersten Etage des Parkhauses genug Licht bekommen, wird die Betonfassade sowie die obere Parkpalette teilweise aufgeschnitten. Das Parkhaus erhält unter anderem eine völlig neue Fassade. "Man wird hinterher nicht mehr erkennen, dass das Gebäude mal ein Parkhaus war", so Kai Schurkemeyer. In zwei Wochen sollen die Arbeiten beginnen, teilweise soll das Parkhaus unterkellert, parallel dazu die von außen vorgehängten Betonelemente abgenommen werden.

Vor der Halle jedoch sind die Bauarbeiter auf ein unerwartetes Hindernis gestoßen: Alte Fundamente, wahrscheinlich von der ehemals hier stehenden roten Halle ragen tief in den Boden hinein. Sie müssen entfernt werden, weil an dieser Stelle die Versorgungsleitungen und Fernwärmerohre für die Gebäude an der Hafenspitze gelegt werden sollen. Zunächst will man versuchen, die Fundamente mit Baggern zu entfernen. Sollte das nicht gelingen, müssen sie zertrümmert werden. Presslufthammer kommen nicht in Frage: Die Gebäude in der Altstadt und damit in direkter Nachbarschaft reagieren zu empfindlich auf Erschütterungen. "Wir würden wahrscheinlich ein Wassersprengverfahren anwenden", erklärt Kai Schurkemeyer. In den Beton wird ein Loch gebohrt und ein Zylinder eingeführt, in dem ein so hoher Wasserdruck aufgebaut wird, der schließlich den Beton in kleinere Stücke sprengt.

Die verlorene Zeit will Schurkemeyer durch eine schnellere Taktfolge der beiden folgenden Bauabschnitte wieder wettmachen. "Wir hoffen, bis Ende des Monats die Planungen für den zweiten Bauabschnitt fertig zu haben", sagt er. Denn am Fertigstellungstermin Ende 2015 für die gesamte Hafenspitze soll festgehalten werden. Die Vermarktung läuft derweil blendend: Alle Wohnungen des ersten Bauabschnitts sind vergeben.

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