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Zukunftsworkshop : „Windräder nehmen mir die Sonne weg“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der erste Zukunftsworkshop in Holzdorf wird zur Fundgrube an Ideen. Gut 30 Bürger beteiligen sich an der Veranstaltung und sammeln an zehn Thementischen Vorschläge auf Papiertischdecken. Die Organisatoren Gerd Boll und Henning Jeß sind zufrieden.

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Holzdorf | „Ich bin gegen hohe Windräder“, sagt Max, „die nehmen mir die Sonne weg“. Der Knirps hatte am Ideen-Tisch „Windenergie“ seine ganz persönlichen Bedenken mit ins Spiel gebracht und genauso am Tisch „Jugend/Kultur und Feste mitgemischt“. Genau so hatten sich die Organisatoren Gerd Boll und Henning Jeß ihren ersten Zukunftsworkshop in Holzdorf vorgestellt. Alt und Jung waren am Sonntag in der Seeholzer Sporthalle zusammen gekommen, um in einem offenen Generationenaustausch über all das zu sprechen, was Holzdorf noch schöner und lebenswerter machen kann.

Gut dreißig Gäste waren eifrig beschäftigt, zu zehn verschiedenen Themenbereichen ihre Gedanken auf die weißen Papiertischdecken zu schreiben. Das „World-Café“ ist eine moderne Veranstaltung hinsichtlich der offenen Veranstaltungsform, eine Idee, mit dem Ziel, alle Bürger für die Arbeit in der eigenen Gemeinde nicht nur zu begeistern, sondern tatsächlich zu gewinnen. „Viele haben gleich ihre Telefonnummern dagelassen, um die skizzierten Projekte in die Tat umzusetzen“, erzählte Gerd Boll, der als Gastgeber zum Ideentisch Schule und KiTa eingeladen hatte. Ökofreizeiten, Aktion Ferienspaß, der Erhalt von Dorfschulen oder die Folgen der Aufhebung von Schuleinzugsbereichen – es wurde nicht nur gefordert, sondern gestaltet und Ideen für Umsetzungen mit zu Papier gebracht.

In zehnminütigen Runden konnten alle Gäste an allen Tischen mitmachen und über den eigenen Tellerrand blicken. „Es geht uns nicht darum, der Gemeindevertretung eine Agenda vorzuschreiben“, erklärte Henning Jeß. „Wir wollen eine Fundgrube an Ideen präsentieren, die die Menschen in unserer Gemeinde bewegen.“ Zusammenführen, zusammen denken, kreativ sein und gemeinsam etwas Gutes umsetzen – so soll der Workshop funktionieren. Die Offenheit der Veranstaltung war für alle eine echte Einladung und Adam Janssen, der den Tisch „Windenergie“ leitete, sah sich ausdrücklich nicht in der Rolle des Experten. „Einige glaubten, dass ich Windräder verkaufen will“, sagte der Holzdorfer schmunzelnd. Dabei wolle er nur zum Dialog einladen. Allerdings war natürlich auch Expertenmeinungen gefragt.

Max, Anton, Helena und Carlotta – allesamt Experten für Kinderfragen – hatten sehr konkret ihre Wünsche dargelegt: ein Kinderspielplatz mit Baumhaus und begrüntem Spielhaus müsse her, viele Bälle zum Spielen und eine Dorfolympiade – ein wahrer Strauß an realisierbarer Ideen, die nun auf ihre Umsetzung warten.

Henning Jeß und Gerd Boll jedenfalls waren sehr zufrieden. „Eigentlich waren die zehn Minuten pro Tisch fast zu wenig Zeit für die vielen Anregungen, die die Menschen geben wollten und konnten“, zogen sie die erste Bilanz der Tages. Und die zweite Bilanz kam gleich hinterher und war für jeden sichtbar: Holzdorf lebt mit und von seinen Menschen, die ihren Ort mit vielen Ideen gestalten und entwickeln möchten.

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