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planung für windpark : Windpark – Investoren drängt die Zeit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Rund 60 Bürger waren bei der Anhörung in Binges Gasthof. Die Investoren drücken aufs Tempo, aber Bürgermeister Gustav Otto Jonas beharrt auf ein sauberes Verfahren.

Weitere Windkraftanlagen werden kommen in der Gemeinde Schwedeneck. Dafür hatte sich die Gemeindevertretung bereits 2013 ausgesprochen. Die Wotan-Gruppe Windenergie aus Hamburg plant einen Windpark mit sechs neuen 165 bis 180 Meter hohen Anlagen unweit der bereits bestehenden 100 Meter hohen Anlagen.

Betrieben werden soll der Windpark neben der Wotan-Gruppe von zwei weiteren Betreiber-Gesellschaften, den Betreibern der bereits bestehenden drei Anlagen und einer neu zu gründenden Gesellschaft aus Bürgerwindpark-Anlegern. Aber wie genau der Windpark aussehen wird, die genaue Anzahl, Position und Höhe der Anlagen, steht noch nicht fest. Für die betroffenen Bürger der Ortsteile Sprenge, Surendorf und Dänisch-Nienhof ist das alles noch schwer vorstellbar und somit auch in den Auswirkungen schwer abschätzbar. Zufrieden wirkten sie nicht am Dienstag nach der etwa dreistündigen Informationsveranstaltung in Binges Gasthof in Surendorf, im Verfahren frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit genannt.

Vor allem Fragen um den zu schaffenden Ausgleich von etwa zwölf Hektar für den geplanten Eingriff in Natur und Landschaft und die weitere Verfahrensweise blieben offen. Etwa 60 Interessierte, davon viele Gemeindepolitiker, Investoren und potenzielle Anleger waren gekommen.

Zunächst hatten die Planer für die Gemeinde, Oliver Kühle vom Büro B2K aus Kiel und Landschaftsarchitekt Bernd Matthiesen aus Altenholz, den Planentwurf in grober Skizze vorgestellt. Matthiesen kündigte schon mal ein grundsätzliches Okay vonseiten des LLUR (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) an. Die Gutachten zu Brut-, Rast- und Zugvögel seien weitestgehend abgeschlossen. Noch zu schaffende Ausgleiche für die in der Nähe vorkommenden Seeadler und Rotmilane würden anerkannt. Über das bisher eingeschlagene Verfahren mit einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan und Durchführungsvertrag habe die Gemeinde noch die Möglichkeit der Feinsteuerung hinsichtlich der Standorte, der Höhe der Anlagen und der Eingriffe in Natur- und Landschaft.

„2015 ans Netz gehen zu wollen, ist allerdings sportlich“, machte Oliver Kühle deutlich. Durch die Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden, dauere es, bis das Innenministerium die Planungen genehmigt. Stephan Haack, Geschäftsführer der Wotan-Gruppe, warb deswegen für ein schnelleres, nichtförmliches Genehmigungsverfahren beim LLUR nach dem BImSchG. Angesprochene Belange würden dann in einem städtebaulichen Vertrag mit der Gemeinde geregelt. Eine Bürgerbeteiligung, die dann allerdings nicht mehr verpflichtend wäre, sicherte er zu. „Die eineinhalb Jahre Verfahrensdauer sind extrem gefährlich“, betonte er. Nach 2016 würde die Vergütung erheblich heruntergeschraubt und die Wirtschaftlichkeit der Anlagen sinkt. „Wir haben die Anlagen so gesetzt, dass die Werte nach dem BImSchG eingehalten werden“, versicherte Stephan Haack. Schatten würde Anwohner maximal 30 Minuten am Tag und 30 Stunden pro Jahr beeinträchtigen, Lärm von maximal 45 dB(A) nachts.

70 Prozent der Gewerbesteuer blieben auf jeden Fall in der der Gemeinde, teilte er auf Nachfrage mit. Die von dem Windpark profitierenden Landeigentümer drängten ebenfalls auf die Zeit. „Wir müssen Gas geben, damit wir alle etwas davon haben, die Gemeinde, der Investor und die Landeigentümer“, meinte etwa Burkhard von Langendorff vom Gut Hohenhain. „Die Gutachten liegen auf dem Tisch.“ Nun muss die Gemeinde entscheiden: Will sie das Verfahren weiter in einem förmlichen Verfahren nach Bauleitplanung mit Durchführungsvertrag verfolgen, oder geht sie über in ein nichtförmliches Genehmigungsverfahrens ohne verpflichtende Bürgerbeteiligung beim LLUR nach dem BImSchG.

„Ich verstehe, dass es für Sie schnell gehen soll“, betonte Bürgermeister Gustav Jonas. Aber Schwedeneck sei eine gebrannte Gemeinde in Bauangelegenheiten. „Dieses Verfahren muss sauber laufen.“

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