Loose : Windpark in unruhigem Fahrwasser

Übersicht möglicher Standorte für sechs Windkraftanlagen im Bürgerwindpark. Die blauen Halbkreise markieren 500 Meter Abstand zur Wohnbebauung. Links unten Gut Ludwigsburg, oben der Osterhof. Foto: Archiv: Entwurf NEK
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Übersicht möglicher Standorte für sechs Windkraftanlagen im Bürgerwindpark. Die blauen Halbkreise markieren 500 Meter Abstand zur Wohnbebauung. Links unten Gut Ludwigsburg, oben der Osterhof. Foto: Archiv: Entwurf NEK

Gerüchte um Bürgerwindpark. Klärungsgespräch im Amt Schlei-Ostsee. Bürgermeister Gerd Feige zuversichtlich.

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10. April 2013, 07:22 Uhr

Loose | Was wird aus dem Bürgerwindpark in Loose? Diese Frage stellen sich derzeit Bürger in der Gemeinde. Dort machen Gerüchte die Runde, wonach einer der drei Landeigentümer mit Eignungsflächen für den Windpark aus der Bürgerenergiepark-Schlei-Ostsee Planungs-GbR aussteigen wolle.

Auf der 47 Hektar großen Fläche nördlich des Osterhofs, südlich Neu Illewitt und westlich von Gut Ludwigsburg sind nach bisheriger Planung der Bau von sechs Windkraftanlagen mit je 3 Megawatt Leistung, einer Flügelspitzenhöhe von 150 Metern und Kosten von rund 30 Millionen Euro vorgesehen. Sowohl die Gemeindevertretung von Loose (21. Februar) als auch von Waabs (25. Februar) hatten in nicht-öffentlichen Sitzungen einem städtbaulichen Vertrag für das Vorhaben mit den Landeigentümern zugestimmt, bestätigte Bauamtsleiter Norbert Jordan auf Nachfrage der Eckernförder Zeitzung.

"Wir sind nicht ausgestiegen", stellte auf Nachfrage der EZ der in den Gerüchten genannte Landeigentümer fest. Über mögliche Beweggründe zu einem solchen Schritt wollte der Befragte keine weiteren Auskünfte machen.

In der Planungs-GbR sind auch die beiden Energietechniker Marten Jensen und Sönke Martensen mit der Natur-Energie-Konzept (NEK) GmbH vertreten. Martensen teile auf EZ-Nachfrage mit, dass er und die weiteren Beteiligten einen Austritt eines Partners aus der Planungsgesellschaft bedauern würden. Ihr Ziel sei es weiterhin, alle Landeigentümer am Tisch zu haben und auf einer Fläche einen Bürgerwindpark für Loose zu errichten. Mehr könne er derzeit nicht dazu sagen, ergänzte aber, dass jeder Partner vertraglich gebunden sei.

Zur Klärung der Sachverhalte fand gestern ein Gespräch im Amt Schlei-Ostsee mit Vertretern des Amtes und eines Landeigentümers statt. Ein Abstimmungsgespräch, welches im Zuge von umfangreichen Vertragsverhandlungen für solch große Vorhaben immer wieder anstünden, stellte Amtsdirektor Gunnar Bock gegenüber der EZ fest. Looses Bürgermeister Gerd Feige, der mit seinen zwei Stellvertretern auch an dem Gespräch teilnahm, äußerte sich auf Nachfrage der EZ: "Ich bin hoffnungsvoll, dass der eingeschlagene Weg zu einem Bürgerwindpark weitergegangen werden kann". Mehr könne er derzeit nicht sagen.

Auf mehr Informationen zum Verfahrensstand Windenergie können Bürger bei der Sitzung der Gemeindevertretung am Donnerstag, 18. April, 19.30 Uhr in der BBS hoffen. Dort steht das Thema auf der Tagesordnung.

Die Gemeindevertretungen in Loose und Waabs hatten beschlossen, dass nach dem städtebaulichen Vertrag nachgeschaltet eine Bauleitplanung erfolgt, so Jordan. Unterzeichnet werden die städtebaulichen Verträge aber erst nach Vorlage von Bauantragsunterlagen, ergänzte Bock, was noch nicht geschehen sei.

Die Bauanträge seien noch nicht soweit und noch nicht gestellt worden, bestätigte Martensen. Der Umfang der dafür benötigten Unterlagen sei sehr groß, zumal das Bauvorhaben nicht mit einem Gebäudeneubau zu vergleichen sei, sondern das Vorhaben nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz geprüft werde. Dabei seien zahlreiche Träger öffentlicher Belange zu berücksichtigen, das dauere seine Zeit, so Martensen. Er sei aber guter Dinge, die bisherige Verzögerung aufholen zu können, um das Ziel eines Bürgerwindparks für Loose zu erreichen.

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