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Eckernförder Zeitung

20. Oktober 2017 | 10:56 Uhr

Windpark Eckernförde und Fokus auf Montag

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 12.Mär.2016 | 06:09 Uhr

Es gibt Leute, die stört der Anblick der 13 Windräder am südlichen Ufer der Eckernförder Bucht nicht. Das gehört halt dazu, meinen sie, wenn man auf Atomstrom verzichten will. Auf diese Weise kann man sich vieles zurechtargumentieren und schluckt dann jede Kröte. Ob uns das in der Frage eines verantwortungsvollen Umgangs mit erneuerbaren Energien im Einklang mit der Natur und den Menschen weiterbringt, ist zu bezweifeln.

Was jetzt am noch weitgehend freien Himmel aufziehen könnte, gibt Anlass zu großer Sorge: eine Vielzahl von Windrädern von Altenhof bis Waabs rings um Eckernförde herum. Dieses Szenario entwarfen die beiden Landschaftsplaner Frank Metasch und Matthias Valkema in ihrer kleinen Studien zu den ausgewiesenen Windeignungsfläche im Raum Eckernförde. Auf der wegen ihrer orange-goldenen Markierungen auch „Goldkarte“ genannten Arbeitsgrundlage hat die Landesplanung all jene Gebiete gekennzeichnet, die als mögliche Standorte für Windräder in Frage kommen. Derzeit 7 Prozent der Landesfläche, bis 2017 sollen daraus 2 Prozent werden – doppelt so viel wie heute. Metasch und Valkema führten den Mitgliedern des Umweltausschusses klar vor Augen, was das für den Raum Eckernförde bedeuten könnte: eine Umzingelung von Windrädern. Der Bürgerwindpark Holtsee-Altenhof könnte in die Goosseeniederung erweitert werden, am westlichen Noorufer und damit könnten mitten in der Vogelzugroute große Mühlen entstehen und Südschwansen könnte neben Loose und Saxtorf zu einer Windhochburg mit bis zu 16 Anlagen ausgebaut werden.

Wie gesagt – könnte. Noch ist nichts entschieden. Aber jetzt muss mit Nachdruck argumentiert werden, um ein solches Szenario zu verhindern. Denn eines ist klar: Kommen alle diese Windräder, ist Eckernfördes zuletzt so beeindruckende touristische Entwicklung stark gefährdet und die hohe Lebensqualität geht in den Sinkflug über. Wer will umzingelt von 180 Meter hohen Windrädern Urlaub machen? Ein Hotel auf dem Exer – macht das noch Sinn? Ausflüge in die schöne Region – lohnen die sich noch?

Statt intakte Natur-, Landschafts- und Lebensräume zu gefährden, sollten Windräder dort aufgestellt werden, wo sie kaum jemanden schaden und stören – auf Flächen parallel zur A 7, meinetwegen zu Hunderten. Lass sie sich drehen und Strom produzieren, zugunsten weniger Investoren und Landbesitzer und zulasten vieler Stromkunden. Dass muss wohl oder übel hingenommen werden. Bei der Zerstörung von Landschaften und Lebensräumen hört jedes Verständnis auf.

Fällt am Montag die Standortentscheidung in der Kinofrage? Der Bebauungsplan Skaterpark steht auf der Tagesordnung, die Weiterentwicklung des Bahnhofareals nicht. Findet sich bis dahin vielleicht doch noch eine Mehrheit für ein Kinocenter am baureifen Schulweg, weil man zur Einsicht gekommen ist, dass der Bahnhof und der Parkplatz Grüner Weg zeitnah keine gleichwertige Alternativen sind?

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