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Kritik vom Nabu : Windkraftanlagen als Vogelfalle

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Zu hohe Rotorspitzen: Der Naturschutzbund Eckernförde sieht den geplanten Bürgerwindpark Altenhof-Holtsee als Gefahr für die Tierwelt. Ein Alternativstandort müsse her.

Eckernförde | Unter Naturschützern werden Windkraftanlagen meist als sehr umweltfreundlich und klimaschützend angesehen. Doch dass die großen Windräder an ungünstigen Stellen platziert zur tödlichen Gefahr für Vögel werden können, darauf macht der Naturschutzbund Eckernförde (Nabu) jetzt aufmerksam.

Zahlreiche See- und Wasservögel in der Goosseeniederung seien durch den geplanten Bürgerwindpark gefährdet. Das befürchtet der Nabu und spricht sich damit klar gegen das geplante Projekt in Altenhof-Holtsee aus. Der Nabu möchte die Bevölkerung über die Gefahren für die Tierwelt aufklären.

Im Frühjahr und Herbst führe der Weg die See- und Wasservögel über den Wittensee und die Eider-Treene-Sorge-Niederung zum Nationalpark Wattenmeer. Dabei beträgt die Flughöhe der Tiere je nach Wetter- und Sichtlage zwischen 30 und 300 Meter, heißt es von Seiten des Nabu. Doch die Rotorspitzen der Windkraftanlagen werden zirka 200 Meter hoch sein – für die Tiere also eine große Gefahrenstelle.

Doch nicht nur die Zugvögel sieht der Naturschutzbund in Gefahr. Auch heimische Vögel wie Seeadler, Kraniche, Bussarde und Rohrreiher werden in der Goosseeniederung regelmäßig beobachtet, heißt es weiter.

Grundsätzlich seien alle Naturschutzverbände für die Nutzung von regenerativen Energien und somit auch für die Windenergie, betonte Jürgen Schmidt, Vorsitzender des Nabu. Doch dort, wo Tiere einer Gefährdung ausgesetzt werden, dürfe nun mal kein Windpark entstehen.

Diese Empfehlung für die Goosseeniederung hatte der Nabu schon lange ausgesprochen. Mit dem amtlichen Naturschutz stehe der Verein seit 2011 schriftlich in Verbindung und verfolge die Planungen zur Ausweisung neuer Gebiete für die Windernergienutzung. „Wir haben immer dafür plädiert, dass hier in der Goosseeniederung – einem internationalen Vorranggebiet für den Vogelzug – keine Anlagen gebaut werden dürfen“, sagte Schmidt. Es gebe genügend Alternativstandorte in Schleswig-Holstein, von denen keine Gefährdung für die Tiere ausgehe, so Schmidt weiter.

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erstellt am 09.Okt.2013 | 06:08 Uhr

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