Gemeindevertretung : Windkraft: Tüttendorf hofft auf neue Landesregierung

Die Gemeinde  will keine weiteren Windkraftanlagen.
Die Gemeinde will keine weiteren Windkraftanlagen.

Die Gemeinde hat Angst von Windkraftanlagen umzingelt zu werden

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08. Juni 2017, 06:43 Uhr

Zwei Gemeindevertreter verließen am Dienstagabend wegen Befangenheit den Saal, als es auf der Sitzung um die Stellungnahme der Gemeinde zu den Vorrangflächen für Windenergie ging. Die Vertreter möchten verhindern, dass die Gemeinde künftig von Windkraftanlagen umzingelt wird. „Wir haben darauf hingewiesen, dass wir nicht mehr Windkraftanlagen wollen, als im Bebauungsplan stehen. Schon jetzt produziert Tüttendorf das Sechsfache an Energie als im Ort verbraucht wird.“, sagte Bürgermeister Wolfgang Kerber. „Planungsträger ist das Land. Unsere Argumente müssen vom Planungsträger abgewogen werden. Wichtig ist, dass wir unsere Einwendungen vorbringen“, ergänzte Amtsdirektor Matthias Meins.

Eine Garantie, dass die Einwendungen der Gemeinde zur Änderung der gegenwärtigen Landesplanung führen, gibt es nicht. Das Land ist lediglich verpflichtet, die Argumente abzuwägen. Sicher ist nur, dass es bei der gegenwärtigen Planung bleibt, wenn die Gemeinde auf Einwendungen verzichten würde. In der Stellungnahme verlangt die Gemeinde unter anderem größere Abstände von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung und hofft auf die neue Landesregierung.

Rechtsstreitigkeiten sieht Amtsdirektor Matthias Meins bei zwei bereits bestehenden Windkraftanlagen, die jetzt nicht mehr Bestandteil der Vorrangfläche sind. Eine davon weist lediglich einen Abstand von 300 Metern zur Wohnbebauung auf, also einen noch geringeren Abstand als derzeit gesetzlich möglich. „Wenn sie steht, bleibt sie stehen, aber es darf keinen Nachfolger geben.“, so der Amtsdirektor. Es werde Rechtsstreitigkeiten geben, bis wohin noch von einer rechtlich erlaubten Reparatur gesprochen werden könne und ab wann es sich um einen Ersatzbau handele.

Die Gemeinde Tüttendorf wird sich zukünftig nicht mehr an der Finanzierung der Ausbildung der Kindertagespflegepersonen beteiligen, da dies der Landkreis jetzt zu 100 Prozent übernommen hat. Ein anders lautender früherer Beschluss wurde aufgehoben. „Wir finanzieren das durch die Kreisumlage auch in Zukunft indirekt mit.“, schränkte Kerber ein.

Drei zusätzliche Geschwindigkeitsmessgeräte sollen im Gemeindegebiet künftig aufgestellt werden. Cirka 8500 Euro wird die Gemeinde dafür ausgeben.

Reine Formsache war die Zustimmung zum Einnahme- und Ausgabeplan über das Sondervermögen der Kameradschaftskasse der Freiwilligen Feuerwehr für die Ortswehren Tüttendorf und Blickstedt-Wulfshagen. Alle Beschlüsse wurden einstimmig gefasst.

Am 20. Juni soll um 20 Uhr der Startschuss für eine Tüttendorfer Chronik fallen, das gab Kerber in der Sitzung bekannt. Das erste Treffen findet in der alten Schule statt. Mitstreiter, die am 20. Juni Ideen und alte Fotos mitbringen, sind willkommen.

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