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Windkraft-Tourismus : Windkraft contra Tourismus: Urlauber meiden die Region

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Studie: 7 Prozent der Urlauber meiden künftig Schwansener Küste / 9,3 Millionen Euro Jahresverlust im Tourismus

von
erstellt am 10.Jun.2017 | 16:00 Uhr

Eckernförde | Der Ausbau der Windkraft würde deutliche Auswirkungen auf den Tourismus in der Region haben und die Windkraft würde in direkte wirtschaftliche Konkurrenz zum Tourismus führen. Dies sind die Kernaussagen der gestern vorgestellten Studie zur Auswirkung von Windkraft auf den Tourismus im Küstenbereich Schwansen.

Für die Studie war NIT (Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa) beauftragt worden, das bereits 2014 für das Land Schleswig-Holstein eine entsprechende Studie erstellt hatte. „Wir haben NIT ganz bewusst gewählt, da die Studie und ihre Ergebnisse beim Land so ernster genommen werden und mehr Wirkung haben“, sagte Amtsdirektor Gunnar Bock. Befragt wurden 302 Urlauber an fünf Urlaubsstandorten während der Osterferien. Unter dem Strich ergab die repräsentative Befragung, dass 7 Prozent der Urlauber (Tages- wie Übernachtungsgäste) angesichts der bereits vorhandenen Windkraftanlagen in Brodersby, Loose und Altenhof/Holtsee die Region deshalb künftig als Urlaubsgebiet meiden. „Dies entspricht einem touristischen Verlust an Wertschöpfung von rund 9,3 Millionen Euro in der Region“, stellten Max Triphaus, Geschäftsführer der Ostseefjord Schlei GmbH und Stefan Borgmann, Geschäftsführer der Eckernförder Marketing und Tourismus GmbH, als Autoren der gemeinsam erarbeiteten Stellungnahme, fest. 2014 war es nur 1 Prozent der Befragten. Schätzungsweise 30 Prozent der Befragten würden weniger oft in die Region reisen.

Ihre Forderung: Auf Grund der großen Bedeutung des Tourismus und des aufgezeigten Konfliktpotentials zum Ausbau der Windkraft muss der „Entwicklung des Tourismus Vorrang gegeben werden“. Dies gelte umso mehr, als das Land der Region über Jahre aufgab, mehr in den Tourismus und die Qualität zu investieren. Dies sei erfolgt und in vollem Gang, wie Christian Schlömer (Brodersby) ergänzte. Der Ausbau der Windkraft führe zu „Existenzängsten bei vielen privaten Vermietern“, ergänzte Frank Göbel (Dörphof). Udo Steinacker, Bürgermeister aus Waabs, betonte ergänzend, dass nicht nur die touristischen Kernbereiche frei von Windkraft bleiben müssten, sondern auch darüber hinaus „das Hinterland als Vorranggebiet für den Tourismus frei zu halten ist“.

Auch Eckernförde befürchte deutliche Verluste bei der touristischen Wertschöpfung, stellte Bürgermeister Jörg Sibbel fest. Bei vermutlich über zwei Millionen Tagesgästen habe sich die Stadt nicht nur aus Solidarität den fünf Schwansener Küstengemeinden angeschlossen, sondern „wir sind selbst durch Windkraft an der Eckernförder Bucht betroffen“, stellte er fest.

Die Stellungnahme wird nun über die LTOs (Eckernförder Bucht und OFS) in das laufende Beteiligungsverfahren eingebracht. Darüber hinaus steht es den beteiligten Gemeinden frei, Aspekte der Stellungnahme mit zu verwerten, erklärte Bock.

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