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Eckernförder Zeitung

23. August 2017 | 16:24 Uhr

Windkraft : Windenergie gegen Atomkraft

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Arbeitsgemeinschaft Windpark Schwansen protestiert mit Plakaten gegen geplanten Windpark. Einige der Transparente wurden jedoch Opfer von Vandalismus: Unbekannte beklebten und zerstörten die gelben Banner.

Noch kann Sylvia Green-Meschke ungestört über die Felder zwischen Holzdorf und Loose blicken und den Seeadlern zusehen, wie sie ihre Kreise am Himmel ziehen. Doch das könnte schon bald vorbei sein, denn in dieser Gegend soll bald ein Großwindpark gebaut werden (wir berichteten). Um den Bau zu verhindern, hat die Arbeitsgruppe Windpark Schwansen, zu der Green-Meschke gehört, verschiedene Transparente in der Umgebung aufgehängt. Diese sind jedoch dem Vandalismus zum Opfer gefallen.

Die leuchtend gelben Transparente mit der Aufschrift „Windgiganten zerstören Schwansen“ sind laut Green-Meschke mit Stickern beklebt oder vollständig zerstört worden. An einer Koppel hätten die Täter die Holzpfeiler aus dem Boden gerissen. Einer der Aufkleber proklamiert „Hier entsteht demnächst ein Atomkraftwerk“. Ein anderer, sehr großer, zeigt die Aufschrift „Atomkraftwerke zerstören Schwansen“. „Das mag auf den ersten Blick witzig klingen, ist aber natürlich völlig irreal und zeigt vor allem eine beträchtliche Feindseligkeit“, sagt die Holzdorferin. Wer hinter den Taten steckt, weiß sie nicht. Es könnten Jugendliche sein, aber auch andere Kräfte, vermutet sie. Ihrer Meinung nach seien die Aufkleber „sehr professionell und extra für Transparente hergestellt worden“ und erinnern an Aktionismus.

Mit ihren Plakaten wollen die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft verhindern, dass das Vorhaben der Kommunalpolitiker umgesetzt wird und die Bürger auf die Folgen aufmerksam machen. Insgesamt 16 Windanlagen von 200 Metern Höhe sind geplant. Sechs davon sollen in einem Abstand von 600 bis 700 Metern zu Wohnhäusern stehen. Schlagschatten, Lärm und Infraschall sind laut der Arbeitsgemeinschaft die Folge.

Green-Meschke betont bei der Transparent-Aktion, dass die Arbeitsgemeinschaft kein Gegner von Windenergie sei, sie würde das Thema jedoch ernst nehmen. Für Vermieter, die Feriengästen Zimmer zur Verfügung stellen, haben die Windräder negative Auswirkungen. Aber auch Anwohner würden über die Folgen klagen. Doch nicht nur die Menschen, sondern auch Flora und Fauna beträfe der Windpark. Viele Tiere wie Seeadler und Reiher würden das Gebiet verlassen – der Naturpark würde zerstört.

Green-Maschke ist besonders verärgert über die Kommunalpolitiker, die sich am Anfang des Projekts nicht über die Folgen im Klaren gewesen wären. Es sei ein Kampf zwischen David und Goliath. „Sie wussten nicht, was da auf sie zukommt“, sagt sie. Auch die Bürger hätten sich nicht ausreichend informiert. Dabei gebe es Alternativen zur aktuellen Planung: Kleinere Mühlen und größere Abstände zu den Wohngebieten. Menschen und Tiere sollen im Einklang leben.

Noch können die Kommunalpolitiker aus dem Projekt austreten. Doch so ganz einfach ist das nicht – schließlich sitzen die Betreiber auch mit am Tisch.

 


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erstellt am 14.Aug.2014 | 07:49 Uhr

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