Segeln : Wind fordert 29ern alles ab

Die Titelgewinner Jasper Steffens und Tom Lennart Brauckmann vom Kieler Yacht Club segeln ihrem  Erfolg entgegen.
Die Titelgewinner Jasper Steffens und Tom Lennart Brauckmann vom Kieler Yacht Club segeln ihrem Erfolg entgegen.

Anspruchsvolle Internationale Deutsche Meisterschaften gab es für die 29er-Segler in der Eckernförder Bucht. Der Vorsprung der Sieger schmolz am Ende rapide zusammen.

shz.de von
16. Juni 2014, 06:00 Uhr

Windstärke in den Böen bis zu 35 Knoten aus Nordwest: Die 60 Teilnehmer hatten am ersten Wettkampftag bei der internationalen deutschen Meisterschaft der 29er Klasse nichts zu lachen. Wetterbedingt ließ Wettfahrtleiter Robert Niemczewski nach der ersten Wettfahrt zunächst pausieren, nachdem Kenterungen an der Tagesordnungen waren und einige Teilnehmer dadurch das erforderliche Zeitlimit überschritten. Hatten die schwereren Crews ihr Boot auf dem Kreuzkurs in der kurzen Welle noch unter Kontrolle, kamen gerade die jüngeren Teams schnell an ihre Grenzen. „Wir sind drei Mal gekentert und brauchten lange, bis wir das Boot wieder aufgerichtet hatten“, berichtet Frederica Braatz (14). Zusammen mit ihrer Crewkameradin Johanna Larsen (15) bringen sie nur 85 Kilogramm auf die Waage, bei diesen Böen eindeutig zu wenig Gewicht. Insgesamt 15 Wettfahrten über drei Tage standen auf dem Programm, am Ende des Tages waren wetterbedingt nur vier Wettfahrten aus Rücksicht auf die Teilnehmer im „Kasten“.

International waren Australier, Finnen, Schweden und Dänen vertreten, die die „Deutsche“ in Eckernförde kurz vor der Kieler Woche zum Aufwärmen nutzten. Wind aus Nord am Sonnabendmorgen mit Stärke drei bis vier bot ideale Bedingungen auf der knapp 1,5 Seemeilen langen Strecke um das Potenzial der Boote sowohl auf dem Kreuz- als auch auf dem Vorwindkurs unter Gennaker voll auszureizen. Drehender Wind um mehr als 30 Grad sorgte durch die erforderliche Neuausrichtung der Regattastrecke für erhebliche Wartezeiten. Zwei Fehlstarts in der zweiten Wettfahrt ließ sich Niemczewski nicht bieten und sorgte mit der „Black Flag“ dahingehend für Disziplin, dass mehr als zwölf Teilnehmer nach erneutem Start durch vorzeitiges Überqueren der Linie disqualifiziert wurden. Pech hatte das Team Einbrodt/Grell, das mit einem Loch in der Bordwand für den restlichen Tag zunächst ausfiel. Am Ende des zweiten Tags konnten die Segler nach rund acht Stunden auf dem Wasser insgesamt zehn Wettfahrten verbuchen.

Deutlich weniger Wind als am Vortag favorisierte am Sonntag die eher leichten Crews, sodass am dritten Wettfahrttag auf der ausgelegten Strecke von 0,5 Seemeilen die angestrebten letzten fünf Wettfahrten erfüllt wurden.

„Gutes faires Segeln“ fasste Niemczewski am Ende bei der Siegerehrung zusammen. Kritik, warum am ersten Tag nur vier Wettfahrten stattfanden, ließ er nicht gelten: „Die Veranstaltung gilt nicht nur den Spitzenteams, sondern allen.“ Er lobt auch die Organisation. Moderner Interneteinsatz ermöglichte schon kurz nach den einzelnen Wettfahrten den Ergebnisabruf, sodass an Land gebliebene Eltern und Betreuer ständig mitfieberten. Ich denke, wir haben den richtigen Deutschen Meister gefunden“, bringt es Organisator Niels Siemsen auf den Punkt, auch wenn der am Vortag mit 60 Punkten fast unerreichbare Vorsprung der Titelträger Jasper Steffens/Tom Lennart Brauckmann (Kieler Yachtclub) in der letzten Wettfahrt auf vier Zähler zusammen schmolz.

Ergebnisse


1. Jasper Steffens/ Tom Lennart Brauckmann (KYC), 2. Jacob Clasen/ Luke Willim (KYC), 3. Christina Schwenk/ Michael Mahrt (MYC/BSCF), 4. Carl EmilBaad Nielsen/Sebastian Byrstin (AaSK Dänemark), 5. Jost Lindemann/Lukas Schäper (KYC)


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