Brisante Themen in Schönhagen : Willkommenskreis steht in den Startlöchern

Die Sprache lernen: Ehrenamtler wollen Flüchtlingen Deutschunterricht geben.
Die Sprache lernen: Ehrenamtler wollen Flüchtlingen Deutschunterricht geben.

Jahresauftaktveranstaltung der Wählergemeinschaft DemIni zu den Themen Fracking und Flüchtlinge

shz.de von
27. Januar 2015, 06:00 Uhr

Schönhagen | Brisante Themen und interessante Referenten sorgten für einen voll besetzten Saal am Sonntag in der Touristinformation Schönhagen. Die demokratische Initiative freie Wählergemeinschaft Brodersby, Höxmark und Schönhagen, kurz demIni, hatte zu ihrem Jahresauftakt eingeladen. Vorsitzender Peter Sauer begrüßte die Besucher und betonte, wofür die demIni stehe: „Seit 2010 setzen wir uns für unsere Gemeinde ein. Wir wünschen uns politische Transparenz und möchten viele Bürger aktivieren, in der Gemeinde mitzuwirken und sich an Entscheidungsprozessen zu beteiligen.“

Zur Jahresauftaktveranstaltung hatte DemIni die Themen Fracking und Flüchtlinge in den Mittelpunkt gestellt. Horst Böttcher, Bürgermeister aus Damp und Verbandsvorsteher des Wasserbeschaffungsverbandes Mittelschwansen (MVB), referierte zu dem Thema Fracking und über das Vorhaben der Ölförderung in der Region Schwansen. Er stellte dar, was es bedeute, wenn durch das hydraulische Aufbrechen von Gesteinsschichten, Gas- und Ölvorkommen, ans Tageslicht gefördert werden. „Die Zeit drängt, die gesetzlichen Vorgaben sind mehr als verzwickt“, sagte er und lud alle Interessierten zu einer ausführlichen Informationsveranstaltung heute um 18 Uhr in den Gasthof Victoria, Winnemark ein: „Wasser ist Leben, unser Trinkwasser hat eine hohe Qualität.“ Ich mag mir nicht vorstellen was passiert, wenn Bakterien und Fremdstoffe freigesetzt werden“, so Böttcher. Fachleute werden heute hierzu Stellung nehmen.

Amtsweit sind 66 Flüchtlinge in verschiedenen Gemeinden untergebracht – die Hälfte sind Kinder und Jugendliche. Sie stammen aus Bürgerkriegsgebieten oder sind vor Verfolgung, Folter und stattlicher Willkür geflohen – häufig traumatisiert durch Erlebnisse im eigenen Land oder auf der Flucht. In Deutschland angekommen, sind sie aufgrund von Sprachschwierigkeiten, der ungewohnten Kultur und Sitten überfordert und brauchen Hilfe im Alltag und bei Behördengängen. In vielen Dörfern engagieren sich ehrenamtliche Helfer, um den Neubürgern die Integration zu erleichtern, sie geben beispielsweise Deutschunterricht.

Martin Link, Geschäftsführer vom Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein, skizzierte beim Empfang den langen Weg, den Menschen gehen müssen, die ihre Heimat verlassen. Welche rechtlichen Fallstricke erwarten aber auch hilfsbereite Menschen, die ihnen eine Arbeit anbieten. Es gelte behördliche Vorschriften einzuhalten, andernfalls drohten ernste Probleme – sowohl für den Flüchtling als auch für den Helfenden.

Dieter Olma, stellvertretender Bürgermeister in Brodersby, zeigte die Aktivitäten der Gemeinde auf. Mit dem ehemaligen Pflegeheim Höxmark sei man vorbereitet auf die Aufnahme der Flüchtlinge. Dennoch ruft die DemIni die Bürger auf, sich einzubringen. Ab März werden Flüchtling aus verschiedenen Nationen Einwohner in Höxmark werden. Eine neue Erfahrung für beide Seiten. Ein erstes Treffen des Willkommenskreises findet am 12. Februar um 18 Uhr in der Touristinformation Schönhagen statt. Es sollen Ideen, konkrete Vorschläge und Hilfsangebote erarbeitet werden. Sprachunterricht, Hilfe bei Behördengängen, Arztbesuchen, Mobilität und vieles mehr ist möglich. Beispiele aus der Nachbargemeinde Damp führte Horst Böttcher auf und machte Mut zur Hilfe.

Für weitere Informationen steht Peter Sauer unter: 04644/893 gerne zur Verfügung. 

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