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Eckernförder Zeitung

23. November 2017 | 05:03 Uhr

Brunftzeit : Wildwechsel sorgt für Unfallgefahr

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Revieroberjäger Christopher von Dollen warnt vor liebestollen Hirschen in der Brunftzeit. Nach Zusammenstoß den Notruf 110 wählen.

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erstellt am 20.Okt.2017 | 05:47 Uhr

Schwedeneck | Der Schreck sitzt tief. Erst traut der Autofahrer seinen Augen kaum. Aber doch. Im Scheinwerferlicht ist am Straßenrand ein Hirsch zu erkennen. Es ist Brunft – also Paarungszeit beim Wild. „Die Hirsche haben dann nur die Weibchen im Blick“, warnt Christopher von Dollen, Leiter des Hegelehrreviers Grönwohld, „sie zeigen bei ihrer Suche keine Feindvermeidung.“ Im Klartext: Für Autofahrer besteht besonders auf Straßen, die durch Waldgebiete verlaufen, eine größere Unfallgefahr. Gerade erst am Mittwochabend hat es nach seinen Worten auf der Bäderstraße bei Noer einen Zusammenstoß gegeben.

Momentan geht dem Revieroberjäger zufolge das liebestolle Damwild verstärkt auf Brautschau – noch bis etwa 10. November. Die Brunftzeit des Rotwilds sei hingegen vorbei. Gleichwohl sollten Autofahrer das ganze Jahr über mit Wildwechsel rechnen, sagt von Dollen. Gerade morgens und abends in der Dämmerung bestehe Unfallgefahr auf den Straßen. „Doch in der Brunftzeit sind sie den ganzen Tag unterwegs“, erläutert der Krusendorfer, „da kann einem auch mittags ein Hirsch ins Auto laufen.“

Auf besonders unfallträchtige Strecken will sich von Dollen gar nicht festlegen. „Es ist flächendeckend gefährlich im Altkreis Eckernförde“, unterstreicht der 36-Jährige, „es gibt ja bei uns fast überall Wälder und Felder.“ Besonders in der Nähe von Maisfeldern drohe Gefahr, weil dort Rehe, Wildschweine, Hasen & Co. während der Ernte gern mal herausflitzten – auf der Flucht vor dem Maishäcksler.

Ebenso rät er auf Straßen, die von Eichen gesäumt sind, zu besonderer Aufmerksamkeit: Dort gehen hungrige Rehe gern auf die Suche nach Eicheln.

Wie sollten sich Autofahrer nach einem Wildunfall verhalten? „Man muss zuerst die Unfallstelle absichern“, sagt von Dollen. Dazu gehört: Warnblinker einschalten und Warndreieck aufstellen.

Danach sollte die Notruf-Nummer 110 gewählt werden. Wie der Krusendorfer erläutert, vermittele die Leitstelle der Polizei den Unfall an den zuständigen Jagdausübungsberechtigten vor Ort – wie von Dollen – weiter. Er stelle eine Wildunfallbescheinigung aus, mit der sich der Autofahrer später an seine Versicherung wenden könne.

Der Revieroberjäger bezeichnet es zudem als hilfreich, wenn der Fahrer mit dem Auto an der Unfallstelle bleibt: Verschwinde der angefahrene Hirsch doch noch im Wald, lasse sich das verletzte Tier einfacher finden.

Um Wildunfälle auf den Straßen zu verhindern, befestige die Jägerschaft an Leitpfosten blaue Lichtreflektoren. „Dadurch wird das Wild gewarnt“, sagt von Dollen, „damit erzielen wir gute Erfolge.“ Ebenso bewährt habe sich seit Jahren ein „Wildtunnel“ unterhalb der Bäderstraße in Grönwohld. „Früher war dort ein Unfallschwerpunkt“, berichtet er.

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