Sommerfest bei den Eichhörnchen : Wildtiermilch aus den USA für die Eichhörnchenbabys

Der Andrang ist groß, als Angela Rober ihre Eichhörnchen vorstellt.
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Der Andrang ist groß, als Angela Rober ihre Eichhörnchen vorstellt.

300 Besucher besuchten am Sonntag trotz des schlechten Wetters die Schutzstation. Die Jungtierfütterung war die Attraktion.

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12. Juni 2018, 06:05 Uhr

Eckernförde | „Warum ist das bei den Jungs länger als bei den Mädchen?“ Das wollte der kleine Paul nun genau wissen, schließlich hatte die Hamburger Eichhörnchen-„Mutter“ Angela Rober kurz zuvor genau erklärt, woran man Eichhörnchenjungen und Eichhörnchenmädchen erkennt. Nun musste sie im Kreis zahlreicher erwartungsvoll auf sie gerichteter Kinderaugenpaare erklären, wie die Sache mit den Bienen und den Blumen bei Eichhörnchen funktioniert. So gab es während der Fütterung winziger Eichhörnchenbabys nebenbei auch noch ein bisschen Aufklärungsunterricht. Auch das war eines der vielen kleinen Highlights auf dem Sommerfest der Eichhörnchenschutzstation am Sonntag.

Rund 300 Tierfreunde besuchten das Sommerfest der Tierschutzstation auf dem Gelände des Umwelt-Info-Zentrums am Noorwanderweg. Dabei hatte das Team um Moni Rademacher am Sonntagmorgen angesichts der offenen Himmelsschleusen noch gebangt, ob das Fest nicht ins Regenwasser fällt. „Angesichts des schlechten Wetters waren wir mit dem Besuch sehr zufrieden“, sagte Moni Rademacher. Doch auf Eichhörnchenliebhaber ist Verlass – und sie kamen aus ganz Schleswig-Holstein, sogar aus Hamburg. So wie Angela und Karsten Rober. Sie betreiben auf ihrem Grundstück eine private Eichhörnchenschutzstation. Mit ihnen gereist waren neun Eichhörnchenbabys, bei deren Fütterung die Besucher zuschauen konnten. Nebenbei erfuhren sie allerhand Wissenswertes um die possierlichen Tierchen, für deren Aufzucht zum Beispiel eine spezielle Wildtiermilch aus den USA verwendet wird, die der Muttermilch sehr nahe kommt. Auch Bianca Rasche und ihr Mann hatten die eineinhalbstündige Fahrt nach Eckernförde in Kauf genommen, um ihr Pateneichhörnchen „Caillou“ zu besuchen. „Wir mögen die Tiere so gerne und möchten etwas für deren Schutz tun“, sagte die Hamburgerin. Sie hatten lange nach einer Schutzstation gesucht und sind im Internet auf die Eckernförder Tierschützer gestoßen. „Wenn man hier ist, fühlt man sich wie im Urlaub“, schwärmte auch Christine Holst aus Kiel. Sie besucht ihr Patenhörnchen „Tilda“ alle vier Wochen. Dann kann sie bei der Fütterung helfen und beobachten, wie „Tilda“ mit ihren Artgenossen in dem ungefähr 500 Quadratmeter großen artgerechten Gehege in den Bäumen klettert oder sich in den zahlreichen Unterschlupfen versteckt. Neben Stationsleiterin Moni Rademacher kümmern sich noch fünf weitere Mitarbeiter um die Eichhörnchen und geben ihr großes Wissen gern an die Besucher weiter. In den vergangenen zwölf Monaten besuchten insgesamt 13 000 Eichhörnchenfreunde die Station. Dass eine Schutzstation für die possierlichen Tiere notwendig ist, wird immer wieder deutlich: Vor einigen Wochen hatte ein Ehepaar sechs junge Eichhörnchen im Müll gefunden und sie zu Moni Rademacher gebracht. Vier davon konnten dank des liebevollen Aufpäppelns tatsächlich überleben. Mittlerweile haben hier neun Eichhörnchen mit Handicap eine dauernde Bleibe gefunden, und 105 Junge wurden in diesem Jahr auf die Auswilderung vorbereitet.

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