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5 vor 12 : Wildtiere: Schüler fordern mehr Schutz

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Wahlpflichtkursus des Gymnasiums Altenholz führt Folgen des illegalen Handels mit Tigern, Elefanten und Nashörnern vor Augen

von
erstellt am 27.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Das Angebot und der Verkauf von geschützten Wildtieren rangiert unter den weltweiten Kriminalitätsdelikten gleich hinter dem Handel mit Drogen und Plagiaten. 14 Milliarden Dollar werden jährlich damit umgesetzt, haben Niklas Becker, Florian Wilms, Johann Dworak, Louise Petersen und Annika Möller herausgefunden. Im gesellschaftswissenschaftlichen Wahlpflichtkursus am Gymnasium Altenholz haben die Achtklässler recherchiert, wie es um Nashorn, Tiger und Elefanten steht. Mit einer Präsentation wollen sie ihre Mitschüler, aber auch Lehrer und Eltern wachrütteln.

„Ich wusste, dass es nicht legal ist, aber nicht, wie drastisch sich der Handel auswirkt“, erklärt Niklas. Alle 14 Minuten werde ein Elefant getötet, fügt Johann hinzu. Und das auf grausamste Weise: Die Stoßzähne werden abgeschlagen, die Tiere verbluten qualvoll. „Wenn das nicht gestoppt wird, ist das größte lebende Säugetier an Land 2026 ausgestorben“, macht Louise deutlich. Nicht viel besser stehe es um die Nashörner. „1000 wurden 2013 in Südafrika getötet – im Jahr davor war es 500“, sagt Florian. In China glaubten Menschen, dass das Horn aus einem geheimnisvollen Stoff besteht, der viele Krankheiten heilen könnte. „Dabei besteht das Horn aus dem selben Stoff wie unsere Haare und Fingernägel – nämlich Keratin“, erklärt der Gymnasiast. Reiche Chinesen zahlten für ein Horn 20 000 Euro. Auch Teilen des Tigers werde in der chinesischen Medizin Heilkraft nachgesagt, weshalb auch er ungeachtet seiner Aufnahme in die Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere gejagt werde, berichtet Annika. So sollen beispielsweise die Schnurrhaare gegen Zahnschmerzen helfen. „Vor Jahren gab es noch um die 100 000 Tiger, heute sind es gerade noch 3200“, zitiert die Schülerin Studien internationaler Organisationen. Die Fakten haben sie und ihre Mitschüler in einer Präsentation zusammengetragen, die sie mit erschreckenden Fotos ergänzen. Der Schriftzug Wild auf dem Titel erinnert an die Boulevard-Zeitung, die sich nur um einen Buchstaben von dem Schriftzug unterscheidet. „Das haben wir so gemacht, damit es auffällt“, erklärt Florian.

Um die in ihrer Existenz bedrohten Tiere besser zu schützen, brauche es internationale Gesetze, sind sich die Schüler einig. Und Geld. „Deutschland stellt 500 Millionen Euro für den Erhalt der Lebensräume und den Kampf gegen Wilderei und Schmuggel zur Verfügung“, sagt Niklas. Weitere 10 Millionen Euro würden für die Ausbildung der Wildhüter fließen, die für den Schutz der Tiere oftmals ihr Leben riskierten. „Der Kampf hat gerade erst begonnen, wir müssen ihn gewinnen“, liest Niklas eine Aussage von Umweltministerin Barbara Hendricks vor.

Nicht nur an ihrer Schule machen die Achtklässler auf das Thema aufmerksam. Ihre Präsentation reichen sie bei einem Wettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung ein. „Als kleine Gruppe können wir nicht viel ändern, aber wir können versuchen anzuregen“, meint Louise.

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