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Fleckeby : Wildschwein-Rotte verwüstet Waldsportplatz

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

30 bis 40 Wildschweine haben die Rasenfläche bei der Suche nach Essbarem zerwühlt. Die Bejagung ist äußerst schwierig.

shz.de von
erstellt am 22.Nov.2014 | 17:00 Uhr

Fleckeby | Der Waldsportplatz im Louisenlunder Weg gleicht einer Kraterlandschaft. Um Nahrung zu finden, sind die Wildschweine bei ihrer Wühlaktion keineswegs zimperlich. „Die Tiere suchen jetzt eiweißreiche Nahrung“, sagt Jagdaufseher Karl-Heinz Obitz. Engerlinge und Regenwürmer sind jetzt ein gefundenes Fressen für sie. Stärkehaltige Kost, wie Eicheln, finden die Wildschweine noch reichlich im Wald. Obitz schätzt, dass etwa 30 bis 40 Tiere zu der Rotte gehören, die sich derzeit in den Wäldern nahe der Schlei sauwohl fühlt. Der Louisenlunder Weg ist quasi die Jagdgrenze für Karl-Heinz Obitz. Für die Flächen gegenüber dem Sportplatz ist er zuständig, die andere Seite bejagt die Stiftung Louisenlund, beziehungsweise ein Pächter, der Däne Kjeld Børm.

Etwa seit dem Jahr 2000 gibt es nördlich des Kanals einen Wildschweinbestand in der Region, Schwerpunkte sind im Bereich Altenhof und auch im Schwansener Raum. „Es gibt einfach ein Überangebot an Futter“, erklärt der Jagdaufseher, vor allem durch den Maisanbau. Das sei ein El Dorado für sie. Sie kämen so gut genährt in den Winter. Und diese seien in den vergangenen Jahren mild gewesen und die Sterblichkeitsrate bei den Frischlingen damit gering.

Gerade die Flächen im Bereich Louisenlunds und der Großen Breite sind optimal für die Rotte. Die Wiesen verschilft oder werden extensiv bewirtschaftet. „Schwer begehbar für die Jäger“, sagt Obitz, vor allem im Karlswald, aber auch in anderen Bruchwälder fänden die Tiere Rückzugsorte. Eine ganzjährige Schonzeit gebe es nur für führende Bachen. Da die Tiere nachts aktiv sind, stelle das den Jäger vor besondere Herausforderungen. Denn, um keine führende Bach zu erlegen, benötigt er gute Sicht. „Nachtsichtgeräte sind in Deutschland für die Jagd verboten“, sagt Obitz. Also müsse er auf den nächsten Halb- oder noch besser Vollmond warten. Erst kürzlich habe er die Tiere nur wenige Meter von sich entfernt gehört, „aber das Reet ist wie eine Wand“, sagt er. Hinzu komme, dass die Wildschweine einen hervorragenden Riecher hätten. Als in den vergangenen Tagen meist der Wind aus südlicher Richtung kam, wussten die Tiere schnell Bescheid. Sie auf dem Waldsportplatz zu schießen, sei übrigens nicht erlaubt, sagt Michael Paasch, selbst Jäger. Der Sportplatz sei befriedeter Bereich, hier ruhe die Jagd. Es sei denn, es wird eine Ausnahmeregelung erteilt.

Kleine, nur von einzelnen Jägern durchgeführte Aktionen, seien wenig effektiv, meint Obitz. Sinn würde seiner Ansicht nach eine Drückjagd des gesamten Hegerings machen, das würde das Wild in Bewegung setzen und die Abschüsse erleichtern. Obitz hofft, dass man sich bald an einen Tisch setzen werde, um eine gemeinsame Aktion zu planen.

Kjeld Børm hat auf seiner letzten Jagd in dem Revier zwei Wildschweine geschossen, teilte die Internatsstiftung auf Nachfrage mit. Die nächste Jagd sei für den 5. Dezember geplant. Børm empfiehlt, weitere Hochsitze zu errichten, um die Tiere besser bejagen zu können. „Wir bangen jetzt natürlich auch um unseren Sportplatz oben auf dem Gelände“, sagt Sven Meier von der Internatsstiftung.

Sorgen bereitet Karl-Heinz Obitz die hohe Vermehrungsrate bei den Wildschweinen. „Die beträgt 300 Prozent“, betont er. Sollte die Rotte nicht durch hohe Abschüsse oder einen harten Winter entscheidend dezimiert werden, wären es in drei Jahren 1000 Tiere.

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