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Theater : Wilde Schäferstündchen und eine sonderbare Leiche

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ohnsorg Theater bescherte 400 begeisterten Zuschauern in der Stadthalle urkomische Komödie

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2014 | 06:11 Uhr

Eckernförde | Viel Vergnügen am Donnerstag für knapp 400 Besucher in der Stadthalle: Das Ohnsorg Theater aus Hamburg gastierte mit einem hoch amüsanten Schwank. In schönstem Platt und in bester Besetzung wurde die Komödie „Allens ut de Reeg“ (Außer Kontrolle) präsentiert.

Dass der hoch angesehene Senator Richard Willms (Manfred Bettinger) seine Debatte im Rathaus schwänzt, um sich im Hotel – bei Schampus und Austern – mit seiner molligen Sekretärin Inge Würdemann (Tanja Bahmani) ein heißes Schäferstündchen zu gönnen, das ist noch nichts Außergewöhnliches. Dass Willms verheiratet ist mit Pamela (Sandra Keck) und die runde Inge mit Ronnie (Nils Owe Krack), ist zunächst auch noch kein Problem. Das wirkliche Problem ist namenlos und hängt tot im Fenster. Der leblose Körper (Jens Peter Brose) ist vermutlich ein Opfer des schweren Fensterrahmens, der auch im weiteren Verlauf des Stücks immer wieder mit Krawall herunterknallt. Die männliche Leiche wird am Innenhaken der Schranktür aufgebammelt, naheliegend, dass die in den unpassendsten Momenten aufschwingt.

In die angespannte Situation platzen Willms Sekretär Schorsch ( Erkki Hopf), ein gestrenger Hotelmanager (Detlef Heydorn), der aus den scheinbaren „Sexgewohnheiten“ der vorhandenen Männer stets falsche Schlüsse zieht. Das Publikum schreit vor Vergnügen! Der gewichtige Room-Service (Horst Arenthold) ist an sich schon eine lustige Figur und sahnt ordentlich Trink – und Schweigegelder ab.

Über dieses ohnehin tragisch-komische Durcheinander, das mit atemberaubender Geschwindigkeit abläuft, Szenen wechselt, Dialoge im Schnellschussverfahren abfeuert mit Leiche raus-rein, Fallfenster rauf-runter und kunterbunt erfundener Verwandtschaftszugehörigkeit agiert – konnte man nur hilflos lachen. Und aus dem Lachen kam man auch nicht mehr heraus, wenn die jeweiligen Ehepartner erscheinen, und alles in einem Strudel aus Liebe, Lüge, Leidenschaft den Bach runterzugehen droht.

Und das Ende? Die Leiche ist keine, der Privatdetektiv war nur bewusstlos – da hatte das Fenster wieder mal zugeschlagen. Der schüchterne Schorsch avanciert zum heißblütigen Lover der betrogenen Pamela. Auch Schwester Gesche kommt voller Hingabe auf ihre Schorsch-Kosten – und so sogar zu einem Ehemann.

Gute Story, humorig-lustiger Inhalt, fröhliche Schauspieler, wie sollte man da widerstehen? Ein Gag nach dem anderen, eine schräge Situation nach der nächsten Überraschung. Running gags – ja, ein gerüttelt Maß an Klamauk und Klamotte – und ob, Slapstick – und wie, dazu herrlich eindeutig zweideutige Ausrutscher unter die Gürtellinie – herrlich! Das war gekonnt, schließlich kommt es immer darauf an, wer so auf die Pauke haut.

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