Sperrmüll : Wilde Müllkippen am Straßenrand

Aus der Sperrmüllsammlung wurde schnell ein großer Müllhaufen, der drei Wochen lang nicht abgeholt wurde.
Aus der Sperrmüllsammlung wurde schnell ein großer Müllhaufen, der drei Wochen lang nicht abgeholt wurde.

Einer stellt sein Sofa für den Sperrmüll an den Straßenrand, andere werfen Hausmüll, Bauschutt und Elektrogeräte dazu. Doch das gehört dort alles nicht hin.

shz.de von
21. Juni 2018, 06:18 Uhr

Eckernförde | Es ist ein Ärgernis, das viele kennen: Wer am Abend seinen Sperrmüll zur Abholung an die Straße stellt, erkennt den Platz am nächsten Tag nicht wieder. Über Nacht wurde weiterer Sperrmüll dazugestellt, auch Mülltüten, Bauschutt und Elektrogeräte stehen daneben. Doch diese Sachen gehören nicht in den Sperrmüll. Die Müllwerker nehmen also nur die Sachen mit, für die sie zuständig sind, und der Rest bleibt liegen. Die Tage vergehen, und der Haufen wächst. Nach Wochen ist eine Mülldeponie entstanden, für die sich niemand zuständig fühlt. So war es jetzt im Diestelkamp. Drei Wochen lang lag der Müll auf dem Rasen vor einem Mehrfamilienhaus, niemand fühlte sich zuständig.

Liegt der Müll auf dem Grundstück des Vermieters, ist dieser für die Entsorgung zuständig – egal, ob er ein Unternehmen beauftragt oder den eigenen Hausmeister. Manchmal dauert das, wie in diesem Fall: Zunächst müssen die Zuständigkeiten geklärt werden.

Für die Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde (AWR), die in Eckernförde und Umgebung den Sperrmüll abholt, ist dieser Vorfall keine Seltenheit. „Wir bekommen immer wieder Fotos von solchen wilden Müllkippen zugeschickt“, sagt die kaufmännische Leiterin Miriam Brandt. Dabei sei es nicht schwer: „Alles, was in die Mülltonne passt, ist kein Sperrmüll.“

Mit dieser Faustregel sollte jedem klar sein, dass Hausmüll oder Kleidersammlungen nichts auf dem Sperrmüll zu suchen haben. Auch Elektromüll und Metall gehören nicht dazu. Sie müssen separat entsorgt werden – Bauschutt ebenfalls. „Es gibt Leute, die Autoreifen und Kloschüsseln auf den Sperrmüll werfen“, weiß Miriam Brandt. Auch das gehört nicht in den Sperrmüll, weshalb sie ihre Faustregel erweitert: „Alles, was in die Mülltonne passt, und was ich bei einem Umzug nicht mitnehme, ist kein Sperrmüll.“ Kloschüsseln, Waschbecken, Dachrinnen und Abflussrohre – alles kein Sperrmüll. Ganz abgesehen davon, dass sie gesondert entsorgt werden müssen: „Unsere Fahrzeugschüttung geht von Bauschutt kaputt. Dafür ist sie nicht ausgelegt.“

Hinzu kommt eine weitere Regel: Sperrmüll muss so nah wie möglich an die Straße gestellt werden. Wenn er an der Hauswand liegt und die Müllwerker zu weit laufen müssen, um ihn einzusammeln, nehmen sie ihn nicht mit. Dafür haben sie keine Zeit. Der Entsorger muss seinen Müll schon selbst die Strecke tragen.

Warum es immer wieder vorkommt, dass Menschen die Grundregeln verletzen, kann Miriam Brandt nur vermuten: „Das Volumen der Mülltonnen wird immer kleiner. Wenn sie nicht mehr reicht, warten die Leute auf den Sperrmüll und stellen ihren Hausmüll einfach dazu.“ Oder aber: Sie wissen einfach nicht, was in den Sperrmüll gehört und was nicht. Da hilft ein Blick auf die Homepage der AWR. Dort ist alles deutlich erklärt: www.awr.de.

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