Glück : Wiedersehen mit den Gasteltern

Die vier Jungen verstehen sich prächtig: Artjom, Egor, Oleg und Arthur (von links) genießen die sommerlichen Ferientage in vollen Zügen.
Die vier Jungen verstehen sich prächtig: Artjom, Egor, Oleg und Arthur (von links) genießen die sommerlichen Ferientage in vollen Zügen.

Kinder aus Weißrussland erleben unbeschwerte Ferientage in Owschlag und Brekendorf und genießen die die frische Luft zwischen Nord- und Ostsee. Die Jungen haben das Schwimmen gelernt und lieben den Strand in Eckernförde.

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11. Juli 2014, 17:26 Uhr

Die Hoffnung auf ein Wiedersehen hat sich erfüllt: „Schon im vergangenen Jahr, als es so gut mit Oleg und Arthur klappte, war uns klar, dass wir wieder zwei Kinder aus Belarus einladen würden und wünschten uns, dass es wieder die beiden Jungs sein würden,“ erzählt Kerstin Wegert. Es hat geklappt. Seit zwei Wochen sind die beiden neunjährigen Kinder aus Skorodnoje (Belarus) nun wieder zu Besuch bei ihren Gasteltern in Owschlag. Im Nachbarort Brekendorf ist Olegs älterer Bruder Artjom mit seinem Freund Egor bereits zum dritten Mal zu Besuch bei Karin und Frenz Beye.

Organisiert werden diese Aufenthalte von der „Initiative für Kinder von Tschernobyl Rendsburg und Umgebung“. 42 Kinder aus Weißrussland sind zurzeit bei Familien im Kreis untergebracht und können ihr Immunsystem stärken.

Kerstin Wegert und Karin Beye unternehmen gern gemeinsam etwas mit ihren Jungs, da die vier so gut harmonieren. Egor, Artjom, Oleg und Arthur genießen die sommerlichen Tage. Ganz besonders gern spielen sie am Strand von Eckernförde. Mit dem Kescher fangen sie Muscheln und Krebse und bei dem kräftigen Wind der vergangenen Tage ließen sie ihre Drachen steigen. Auf die Frage, was sie am liebsten machen, antwortet Igor sofort „Fußball“, Arthur und Artjom sind sich einig, dass „Schwimmen“ das Schönste sei und Oleg mag am liebsten „Radfahren und vom Sprungbrett ins Wasser springen“. Ein wenig Deutsch haben sie bereits in ihrer Schule in Belarus gelernt und hier kommen nun täglich neue Worte dazu. „Die Verständigung klappt immer besser“, freut sich Karin Beye.

Für die Vormittagsbetreuung sorgt der Verein. Weißrussische Betreuerinnen basteln und spielen mit den Kindern und es werden auch Ausflüge unternommen. Den Rest der Zeit verbringen die Kinder mit ihren Gastfamilien. „Nachmittags spielen Oleg und Arthur gern mit den Nachbarskindern auf dem Spielplatz. Häufig machen wir auch eine Fahrradtour oder fahren ins Freibad nach Kropp“, erzählt Kerstin Wegert. Besonders stolz sei sie, dass die Jungen hier das Schwimmen gelernt haben. Auch am Rendsburg-Lauf habe ihre Familie mit den beiden teilgenommen. Die Gastmütter freuen sich über die vielen positiven Reaktionen von Freunden und Nachbarn, die Spielzeug und Kleidungsstücke gespendet haben. Beiden Familien ist es ein Anliegen, weitere Gastfamilien anzuwerben, damit noch mehr Kinder die Chance bekommen, sich in Deutschland für vier Wochen zu erholen. „Gern stehen wir für Fragen zur Verfügung.“

Auch 28 Jahre nach der Explosion im Kernkraftwerk in Tschernobyl ist ein Fünftel der Belarussischen Republik durch den radioaktiven „Fallout“ verseucht. „Ärzte konnten nachweisen, dass es den Kindern, die regelmäßig einen Erholungsaufenthalt in Schleswig-Holstein machen konnten, gesundheitlich besser geht als den Kindern, die ihre Heimat nicht verlassen konnten,“ wirbt auch der Verein „Initiative für Kinder von Tschernobyl“ um weitere Gasteltern. Auch freue sich der Verein über finanzielle Unterstützung. „Spendengelder werden ausschließlich für Reise- und Versicherungskosten verwendet; sämtliche Arbeiten zugunsten des Vereins sind ehrenamtlich”, betont der Vorsitzende des Vereins Fritz Arens.

Noch zwei Wochen werden Oleg und Arthur bei Familie Wegert zu Gast sein. Für Kerstin Wegert ist jetzt schon klar, dass die vier Wochen viel zu schnell vorbei sein werden und dass es im nächsten Jahr ein Wiedersehen geben soll. „Kerstin und Christof sollen uns auch besuchen“, lädt Arthur seine Gasteltern ein. Und Oleg, der zu Anfang etwas Heimweh hatte, wird stolz mit seinem neuerworbenen Seepferdchen-Abzeichen nach Hause reisen.

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