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Koseler Skipper hat viel zu erzählen : Wieder zurück aus der Karibik

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Skipper Andreas Tietzsch erreicht nach zehn Monaten den Heimathafen

von
erstellt am 01.Jul.2017 | 06:03 Uhr

Seine Frau Doris war die erste, die Andreas Tietzsch bei seiner Ankunft in Fleckeby an sich drückte. Zehn Monate lang war der 59-Jährige vom Wassersportverein Fleckeby (WSF) mit der knapp zwölf Meter langen Segelyacht „Milan“ unterwegs. Mit wechselnder Crew erfüllte sich der Koseler Skipper mit seinem Karibik–Törn einen lang gehegten Traum. Am 28. August vergangenen Jahres lief Tietzsch mit seiner „Milan“ in Fleckeby aus. Am Steg wurde er damals von zahlreichen Freunden, Vereinsmitgliedern und der Familie verabschiedet. Am 26. Juni, erreichte er nach 12  500 Seemeilen wieder unversehrt den Heimathafen in der Großen Breite. Mit an Bord Jörg Wagner aus Thüringen und Stefan Rühl aus Brandenburg, die im belgischen Zeebrügge zustiegen sowie Dennis Parduhn, der auf dem Törn seinen 22. Geburtstag feierte. Er begleitete Tietzsch die längste Zeit, rund 5400 Seemeilen. „Am 2. März stieg ich in St. Martin zu“, berichtet Parduhn. Diese Auszeit gönnte sich der Jugendwart des WSF gerne, nach den Sommerferien beginnt für ihn wieder die Schule im BBZ in Eckernförde.

Der Törn führte den Skipper in die Nordsee, an die englische Südküste, weiter nach Frankreich, in die Biskaya, die spanische Küste, die Kanaren, Kapverden, Tobago, die British Virgin Islands und am 1. April erreichte die „Milan“ die Bermudas. Über die Azoren, La Coruna, Jersey, Amsterdam, Helgoland und schließlich wieder den Hafen Fleckebys. „Wir haben den Zeitplan gut eingehalten“, sagte Andreas Tietzsch nach seiner Rückkehr.

Auch wenn die Crew angesichts der Wetterprognose mal 400 Seemeilen vom eigentlichen Kurs abweichen musste. Man muss mit den Naturkräften umgehen, mit der Natur arbeiten“, sagte Tietzsch „Auf dem Atlantik bekommt man ein Gefühl dafür, wie klein man ist.“ Weihnachten verbrachte Andreas Tietzsch in der Karibik, in Grenada, den Jahreswechsel auf St. Vincent.

Brenzliche Situationen blieben aus. Die Crew, die immer wieder während des Törn wechselte, harmonierte. „Der jüngste war Dennis mit 22, der älteste 73“, erzählte Tietzsch. Ein bunter Haufen, darunter waren Ärzte, Meteorologen, jeder hatte seine Aufgaben, alle packten mit an. Der Koseler erinnert sich an eine Nebelfahrt über fast 100 Seemeilen bei Brest. „Wir konnten gerade noch den Bugkorb erkennen, man konnte nur nach den Instrumenten segeln“, so der der Skipper. Nördlich von Spanien erlebte die Crew eine Begegnung der besonderen Art. Drei Wale, rund zwölf Meter lang, begleiteten die „Milan“. „Plötzlich war einer links, einer rechts von uns, der andere vorne “, so Tietzsch. „Wir rammten den Wal und der Bug ging einige Meter hoch“. Boot, Besatzung und Tier blieben unverletzt.

500 Liter Wasser und 500 Liter Diesel hatten sie mit an Bord. Auf dem Speiseplan standen Reis, Nudeln und Kartoffeln, aber auch Labskaus wurde serviert. Etwa ein Drittel der Zeit lagen sie Segler in den verschiedenen Häfen, ein Drittel vor Anker und ein Drittel der Zeit wurde gesegelt. „Zwischen Bermudas und den Azoren 19 Tage an Stück“, berichtete Tietzsch. Besonders sind ihm die Menschen in Erinnerung geblieben. „Alle freundliche, von Neid keine Spur“, so der Koseler. Am schönsten waren Tobago, St. Vincent, Domenica und die niederländische Insel Saba in der östlichen Karibik. „Dort steht auch der höchste Berg der Niederlande, über 800 Meter hoch“, sagte Tietzsch.  

>http://milan.tietzsch.com/

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