zur Navigation springen

Neues Buch : Wieder „ungebremst“ unterwegs

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Karl-Heinz Hapke aus Groß Wittensee veröffentlicht sein drittes Buch

Groß Wittensee | „Ungebremst“ war Karl-Heinz Hapke wieder unterwegs. Der 73 Jahre alte Groß Wittenseer hat nun sein drittes Buch unter diesem Titel herausgebracht. Nachdem Hapke im Februar 2015 seine Fahrradreise von der Ostsee bis zu den Alpen – „Ungebremst von Null auf 1000“ – schilderte, erschien vor einem Jahr „Ungebremst unter Segeln – Barfuß über den Atlantik“. Der passionierte Segler berichtet darin über seinen Hochseetörn, den er vor zehn Jahren als Crewmitglied der „Chris“ unternahm. Im Juni stieg Hapke wieder aufs Rad, sein Ziel, das Werratal. Sechs Tage und gut 350 Kilometer war Hapke unterwegs und schildert nun in „Ungebremst vom Rennsteig zur Weser“ auf gut 140 Seiten und mit 60 Farbfotos und Grafiken die Eindrücke seiner Tour.

Dabei startete Karl-Heinz Hapkes Reise in das Herz Deutschlands mit einem Rückschlag. Sein Partner, mit dem er die Tour gemeinsam absolvieren wollte, erkrankte kurzfristig. Seine Satteltasche aber wieder auspacken wollte der rüstige Pensionär aber nicht. Also entschied er sich, auch alleine vom rund 800 Meter hoch gelegenen Rennsteig ins Werratal zu fahren. Gut vorbereitet hatte er sich und Gründe, jetzt nicht aufzugeben, hatte er reichlich. „Meine Großeltern stammen aus Thüringen, sie haben mir immer viel von ihren Wanderungen auf dem Rennsteig erzählt“, erinnert er sich noch gut. Außerdem ist die Werra für ihn der „Schicksalsfluss der Deutschen“. Jahrzehnte war es den Menschen auf beiden Seiten der Grenze nicht möglich, das Tal der Werra in seiner vollen Länge zu bereisen. „Für viele ist diese Region Neuland“, betont Hapke. Dabei besteche das Werratal durch seine schönen und abwechslungsreichen Landschaften und attraktiven Kulturstätten.

Für 26 Euro kaufte sich Karl-Heinz Hapke in Eckernförde ein Bahnticket. Nach mehr als zwölfstündiger Fahrt und sechsmaligem Umsteigen erreichte er schließlich Neuhaus am Rennweg, wo er seine Tour beginnen wollte. Von den beiden Werraquellen, Siegmundsburg und Fehrenbach, auf den Höhen des Thüringer Walds ging es weiter nach Hildburghausen, das wegen seiner zahlreichen Barockbauten auch „Der kleine Klassiker“ genannt wird. Hapke passierte Grimmelshausen, Meiningen, Wasungen und Schwallungen, der zu den ältesten Orten Thüringens zählt. Während seiner Reise lernte er Orte kennen, von denen er nie zuvor gehört hatte, die sich aber als reizvoll und bezaubernd entpuppten. Er erreichte das „Land der weißen Berge“. Im Werratal ragen die Steinsalzhalden aus dem Kalibergbau bis zu 200 Meter über den Talgrund. In Vacha verbindet eine steinerne Brücke aus dem Mittelalter die Stadt mit dem hessischen Philippsthal. Sie ist ein Symbol der Teilung Deutschlands. Auf der Brücke stand bis Ende 1989 ein Beobachtungsturm der DDR-Grenztruppen. Bizarr war auch die Situation in Großburschla, das sich in Thüringen befindet und wie eine Insel, fast vollständig von Hessen umgeben ist. Gerade hier suchte Karl-Heinz Hapke das Gespräch mit den Menschen und erfuhr viel über die damalige Zeit. „Mehr als jeder andere DDR-Bürger waren sie im eigenen Land eingesperrt“, so seine Einschätzung.

Unterwegs lernte Hapke auch eine Radlergruppe kennen, der er sich für einige Etappen anschloss. Hapke versprach ihnen im nächsten Jahr eine Tour entlang der Schlei für sie auszuarbeiten.

Wahlhausen. Lindewerra, Witzenhausen – das waren weitere Zwischenstationen seiner „Ungebremst“-Tour. Natürlich ist ihm vor allem Eisenach im Gedächtnis geblieben. „Kultur pur“, sagt Hapke, wenn er an Luther, Bach und die Wartburg denkt. „Eisenach hat sich für die 500-Jahr-Feier im nächsten Jahr schön herausgeputzt“, hat der Autor an allen Ecken und Enden feststellen können.

Doch neben Wissenswertem über Hapkes Stationen, erfährt man beim Lesen auch einiges über seine Sicht auf die Welt. So kommentiert und bewertet der 73-Jährige die Nachrichten, die ihn er während seiner Tour erreichten. Ob Queen Elisabeths 90. Geburtstag, die Wahl des Bundespräsidenten oder das Gebaren des türkischen Präsidenten Erdogan, Hapke macht sich so seine eigenen Gedanken. Schließlich heißt es doch im Untertitel des Buches: „Sehenswertes, Zeitgeschichtliches und Nachdenkliches im Tal der Werra“.

 


>„Ungebremst vom Rennsteig zur Weser“, ISBN 978-3-7412-7265-3; www.khhapke.de

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 29.Dez.2016 | 06:50 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen