zur Navigation springen

Standsicherheit : Wie viel Wind verträgt ein Straßenlampenmast?

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Im Auftrag der Eckernförder Stadtwerke überprüft die Firma Roch Services GmbH die Masten der Straßenlaternen in der Kieler Straße und den Nebenstraßen. Kontrolliert werden Mast und Fundament.

shz.de von
erstellt am 07.Jan.2016 | 18:32 Uhr

Eckernförde | Ein gelber Miniraupenbagger, der gestern in der Kieler Straße unterwegs war, sorgte bei vielen Passanten für neugierige Blicke. Schien dessen Greifarm doch die Masten der Straßenlaternen fest zu umklammern. Da drängte sich bei vielen die Frage auf, ob die Masten umzukippen drohten und man sich lieber von ihnen fernhalten sollte. Weit gefehlt – die beiden Prüftechniker der Firma Roch Services GmbH aus Lübeck, Volker Lüthje und Christian Brückner, überprüften die Masten im Auftrag der Stadtwerke auf ihre Standsicherheit. Ein gängiges Verfahren, dem alle Kommunen aufgrund ihrer Verkehrssicherheitspflicht gesetzlich unterliegen.

„Jedes Jahr lassen wir ein gewisses Kontingent der Masten, die älter als 20 Jahre sind, überprüfen“, erklärt Volker Carstensen, Technischer Leiter der Stadtwerke, auf Nachfrage der EZ. In diesem Jahr werden die Straßenlampenmasten in der Kieler Straße und den Nebenstraßen untersucht. Mithilfe einer ausgeklügelten Methode nehmen die Prüftechniker sowohl den Mast als auch das Fundament unter die Lupe. „Wir simulieren die Windlast, die bei Sturm auf den Mast wirkt“, sagt Lüthje. Zunächst wird die Windfangfläche des Mastes angenommen (Höhe, Durchmesser, Wandstärke, Material), um die Windlast per Computer zu berechnen. Mittels einer speziellen Technik rüttelt der Greifarm des Miniraupenbaggers unsichtbar am Mast (laut Fachjargon erzeugt die berechnete Kraft ein anwachsendes Biegemoment), ähnlich der natürlichen Belastung, der ein Mast durch Wind ausgesetzt ist. Aus zwei verschiedenen Positionen überprüfen die Techniker den Mast. Abhängig von der Ausstattung (Schilder, ein oder zwei Leuchten) benötigen sie sechs bis zehn Minuten für diesen Vorgang. Mittels einer speziellen Software werden die Daten in einem Kraft-Wege-Diagramm auf dem Laptop im Führerhaus des Miniraupenbaggers dargestellt und ausgewertet. Noch vor Ort kann Christian Brückner erkennen, ob Schäden vorliegen. Verlaufe die Kurve leicht diagonal, sei alles in Ordnung, so Brückner. Ändere sie ihren Verlauf oder breche gar ab, sei das ein Indiz für Korosionsschädem am Material, ein Riss oder eine unzureichende Verankerung im Boden. Im vorliegenden Fall verläuft die Kurve normal – der Mast steht sicher.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen