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Umfrage : Wie sinnvoll ist der Blitzermarathon?

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ab 6 Uhr wird morgen 24 Stunden lang im ganzen Land geblitzt. Doch was halten die Bürger von der Aktion gegen Raser? Sinnvolle Maßnahme oder nur Geldverschwendung?

Morgen startet bundesweit der große Blitzermarathon. Allein in Schleswig-Holstein werden an 121 Stellen teure Fotos geschossen, auch in Eckernförde und Umgebung. Doch was soll so eine Großaktion überhaupt bringen? Geben die Raser danach wirklich weniger Gas oder ist das Ganze reine Geldverschwendung? Die Eckernförder Zeitung hat sich in der Innenstadt zu dem Thema umgehört. Die Bürger waren dabei geteilter Meinung.

Für Student Nils Klimke (24) aus Eckernförde ist klar: „Das ist reine Abzocke am Bürger.“ Man rechne vorher genau aus, wie viel Geld in den Kassen fehle und dann stelle man die Blitzer auf, so seine Meinung. Ein 24-Stunden Blitzermarathon werde außerdem nichts am Bewusstsein der Autofahrer ändern. Sinnvoller würde er es finden, wenn die Kontrollstellen wenigstens nicht vorher veröffentlicht werden.

Auch Kurt Petersen vertritt diese Meinung: „Wenn das wirklich wirken soll, darf man das nicht ankündigen“, sagt der 75-Jährige aus Husby.

Urlauberin Inge Pietrek (56) aus Visselhövede in Niedersachsen hingegen hat nichts gegen die Ankündigung. Schließlich werden die Blitzer ohnehin im Radio täglich genannt. Von einem Blitzermarathon hält sie allerdings auch nichts. „Man müsste viel langfristiger planen“, findet sie. Mehr feste und auch variable Blitzer seien eine Möglichkeit.

Auch die Facebook-Fans der EZ äußern sich im Internet kritisch zu dem Thema. „Vielleicht sollten sie die Standorte der Blitzer kurz vorher noch mal ändern. Ob das alles was bringt, bezweifle ich, da werden wieder Steuergelder ohne Sinn rausgehauen“, schreibt Nils Wilke und auch Susanne Rausch findet das Ganze „total sinnlos“.

Zu den wenigen Befürwortern des Blitzertags gehört Martina Frye. „Man sollte Raser bestrafen und ihnen an dem Tag einen Denkzettel verpassen“, findet die 39-jährige aus Kappeln. Besonders an Unfallschwerpunkten und in der Nähe von Schulen und Kitas sollte ihrer Meinung nach geblitzt werden.

Genau an diesen Stellen werden die Blitzgeräte auch stehen, heißt es von Seiten des Innenministers Andreas Breitner. Überhöhte Geschwindigkeit sei nach wie vor die häufigste Ursache für tödliche Verkehrsunfälle, betonte er außerdem auf einer Pressekonferenz in Kiel. Der Blitzermarathon sei daher eine gute aktive Vorbeugung gegen Geschwindigkeitsverstöße.

Auch Polizeisprecher Sönke Hinrichs verteidigt die Aktion. Es gehe nicht darum, die Menschen abzuzocken und die Kassen zu füllen. Deshalb werden auch die Standorte der Blitzgeräte zuvor veröffentlicht. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen und einen Beitrag für die Problematik mit den Rasern leisten. Es wäre schön, wenn die Autofahrer durch diesen Tag mehr für die Unfallgefahren sensibilisiert werden“, sagte er. „Dann haben wir unser Ziel erreicht.“

 

 

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erstellt am 08.Okt.2013 | 17:09 Uhr

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