Barrierefreie Fußgängerzone : Wie holprig darf ebenes Pflaster sein?

Das Natursteinpflaster  in der Kieler Straße bereitet gehbehinderten Menschen Probleme. Der Seniorenbeirat fordert auch den Austausch der dunkelgrauen Schlackesteine.  Fotos: Archiv
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Das Natursteinpflaster in der Kieler Straße bereitet gehbehinderten Menschen Probleme. Der Seniorenbeirat fordert auch den Austausch der dunkelgrauen Schlackesteine. Fotos: Archiv

In der Kieler Straße und Der Nicolaistraße sollen in diesem Jahr die Natursteine gegen ebene Klinkersteine ausgetauscht werden. Der Seniorenbeirat pocht auf den Austausch auch der groben Schlackesteine.

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30. Januar 2018, 06:22 Uhr

Eckernförde | Nach dem Grundsatzbeschluss, das holprige Natursteinpflaster der Kieler Straße und der St.-Nicolai-Straße durch ebene Klinkersteine bereits 2018 (und nicht erst wie geplant 2020) zu ersetzen, liegen nun die ersten Gestaltungspläne der Stadtverwaltung für den barrierefreien Ausbau vor.

Tiefbauchef Axel Sperber stellte im jüngsten Bauausschuss drei Gestaltungsvarianten vor: Verlegung roter Klinkersteine, Verlegung andersfarbiger Klinker oder Verlegung neuer, glatter Natursteine, wobei bei jeder Variante noch unterschiedliche Verlegemuster festzulegen sind. Wesentlicher Unterschied: Die Verlegung von Klinkersteinen gleich welcher Farbe soll laut Schätzung aus dem Jahr 2014 179 000 Euro für die Kieler Straße und 17000 Euro für die Nicolaistraße kosten – Kostensteigerung so gut wie sicher, in welcher Höhe, wird noch festzustellen sein. Glatter Granitstein ist deutlich teurer – Sperber gab die Ansätze mit 320 000 Euro für die Kieler Straße und 30 000 für die Nicolaistraße an. Der Arbeitskreis Haushaltskonsolidierung hatte sich bereits vorher auf die kostengünstigere Klinkervariante festgelegt. Aufgrund des nur kleinflächigen Austausches der Steine würden die großflächigen Unebenheiten allerdings bestehen bleiben, sagte Sperber. Außerdem seien Farbunterschiede vom neuen zum alten Pflaster unausweichlich. In der Nicolaistraße werde die Wölbung in der Straßenmitte durch den Pflasteraustausch „erheblich reduziert“, die Ablaufrinnen links und rechts aber bleiben. In der Kieler Straße sei der Austausch nur im nördlichen Abschnitt bis zur Gerichtstraße erforderlich.

In der Aussprache entwickelten sich Meinungsverschiedenheiten über den Erhalt oder Austausch der dunkelgrauen Schlackesteine, die in der Kieler Straße das rote Pflaster einfassen und strukturieren. Nach Meinung des Seniorenbeirats sollten auch diese der besseren Begehbarkeit mit Rollstühlen, Rollatoren oder Kinderwagen wegen durch ebene Klinkersteine ersetzt werden. Andernfalls entstünden unebene Streifen, die beim Überqueren für Unruhe sorgten, „dies wäre für jedes neu gepflasterte Feld zweimal der Fall“, erklärten die Sprecher des Seniorenbeirats, Renate Gorny und Werner Huß. Die Schlackesteine wie auch die mittelgrauen, kleineren Granitsteine ließen sich durch die Auswahl entsprechender Klinkersteine gleichwertig ersetzen, so dass die gewünschte „optische Auflockerung“ in der Fußgängerzone auch erreicht werde. Angesichts der geringen Fläche dürften sich die Kosten in Grenzen halten. Gegen die Schlackesteine in der Mittelrinne der Kieler Straße hat der Seniorenbeirat keine Einwände. Grundsätzlich aber gelte: „Wenn schon Barrierefreiheit, dann richtig. Wir sollten uns auch von den Schlackesteinen trennen“, sagte Werner Huß im Bauausschuss.

Dagegen traten mit Georg Bicker (CDU) und Matthias Huber (Bürger-Forum) zwei Mitglieder an. „Ohne Schlackesteine sieht es schlecht aus und die Behinderungen sind nicht so groß –, die sollten wir in jedem Fall lassen“, sagte Bicker. Auch Huber plädierte für den Erhalt der grob strukturierten Steine, das neue Straßenpflaster sollte sich farblich vom vorhandenen roten Klinker abheben. „Bloß kein Rot“, pflichtete ihm auch Bicker bei, dem eine Verlegung farblich kontrastierender Steine im Fischgrätmuster am besten gefallen würden.

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