Sturmschäden in Eckernförde : Wie ein „Riesen-Mikado“

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Dreieinhalb Wochen nach „Christian“ ist die Lage in Eckernförde noch angespannt: Wege sind weiterhin unpassierbar, von oben drohen noch Gefahren durch lockere Äste. Die Zahl der umgekippten Bäume gehen in die Tausende.

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22. November 2013, 06:00 Uhr

Eckernförde | Orkan „Christian“ hat den städtischen Baumbestand massiv geschädigt. Die Schäden sind so immens, dass selbst dreieinhalb Wochen nach dem Orkan noch keine genaue Zahl umgestürzter Bäume vorliegt. Michael Packschies, zuständiger Mitarbeiter für Naturschutz und Landschaftspflege im Bauamt, hat am Mittwochabend im Umweltausschuss unter Leitung von Edgar Meyn (Grüne) einen Überblick über die Schäden gegeben – den Ausschussmitgliedern stockte angesichts der gezeigten Fotos teilweise der Atem. Packschies sprach von „etlichen hundert bis in die Tausende gehenden zerstörten und beschädigten Bäumen“. Stadtgärtnerei, Bauhof und Unternehmen seien im Einsatz, der sich noch bis ins nächste Frühjahr hinziehen werde. Die notwendigen Finanzmittel, auch für die erforderlichen Neuanpflanzungen, müssten im Haushalt bereitgestellt werden.

„Wir hatten noch nie so viele unterschiedliche Schäden“, sagte Packschies. Es sind nicht nur umgekippte Bäume mit Wurzelballen zu beklagen, sondern Splitterbrüche, herausgerissene Äste und abgeknickte Bäumstämme, an denen schon der Brandkrustenpilz genagt hat. Eine Windschneise hat die Vegetation vom Domsland über die Sauerstraße bis in den Wiesenredder und Brookhörn weitgehend vernichtet. Eine weitere Schneise des Südwest-Orkans sei am Windebyer Noor und auf Carlshöhe zu beobachten gewesen. Besonders betroffen sei der Noorwanderweg, der weitgehend unpassierbar ist. Vor allem der Abschnitt zwischen Carlshöhe und Schnaaper See befinde sich in einem „erschreckenden Zustand“: Reihenweise entwurzelte Großbäume und metertiefe Wurzellöcher, die ganze Abschnitte des Noorwanderwegs aufgerissen hätten.

Packschies warnte dringend vor dem Betreten des gesperrten Wanderwegs, auch wegen der noch lose in den Kronen liegenden großen Äste, die herunterzustürzen drohten. In der Natur sollte der Blick in diesen Zeiten immer auch nach oben gerichtet sein, um Gefahren zu vermeiden.

Auch der kleine Wald zwischen Holm und TÖZ sei stark betroffen, ebenso der Gallbergwald hinter der Letzten Pappel. Die Einsatzkräfte hätten das Sturmwochenende durchgearbeitet. Bürger mit Motorsägenschein hätten ihre Hilfe angeboten, und es seien auch Fachfirmen im Einsatz. Die „sicherheitsrelevanten“ Einsätze hätten Vorrang, die Bürger zeigten sich einsichtig, dass nicht alle Schäden sofort beseitigt werden könnten. Gefahrenstellen könnten im Bauamt gemeldet werden.

Betroffen seien insbesondere die gesunden, starken Bäume gewesen, weil die Ende Oktober noch belaubt und damit einem größeren Druck ausgesetzt waren, erläuterte Packschies. Die gefallenen Großbäume hätten ihn teilweise an ein „Riesen-Mikado“ erinnert. Die Kraft des Orkans sei so extrem gewesen, dass Baumstämme gespalten und große Äste aus den Stämmen herausgerissen worden seien. Er sprach sich dagegen aus, Bäume, die keine unmittelbare Gefahr darstellten, prophylaktisch zu fällen oder deren Krone auszulichten.

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