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Levensauer Hochbrücke : Wie ein Radweg seinen Status verliert

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Kreis hat den Radweg über die Alte Levensauer Hochbrücke wegen Schäden herabgestuft und schickt die Radler nun auf die Straße. Doch viele Bürger sind der Meinung: Das ist viel gefährlicher als die Schäden auf dem Weg.

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erstellt am 16.Sep.2013 | 05:31 Uhr

Felm | Die Alte Levensauer Hochbrücke bietet die einzige Möglichkeit, zu Fuß oder mit dem Rad von Neuwittenbek aus über den Nord-Ostsee-Kanal zu kommen. Doch seit den Sommerferien sind die Schäden im Geh- und Radweg an der K 24 so groß, dass Radfahrer auf die Straße verwiesen werden. Dass das viel zu gefährlich ist, finden nicht nur die Eltern der Kinder, die täglich über die Brücke zur Schule fahren. 260 Unterschriften haben sie über die Kommunalaufsicht des Kreises ans Innenministerium geschickt, um ihrer mehrfach geäußerten, dringenden Forderung nach mehr Sicherheit Nachdruck zu verleihen.

Johanna, Morten und Franziska fahren nach Schulschluss den Hang hinunter. Dabei schlängeln sie sich an den Baken vorbei, die an besonders beschädigten Stellen im Weg aufgestellt wurden und genau das eigentlich verhindern sollen. Doch 80 Prozent der Radfahrer nutzen den Weg nach wie vor, hat Andrea Schohl beobachtet. Das ist für sie auch der Grund, warum noch niemand zu Schaden gekommen ist. „Wer die Strecke einmal abgefahren ist, weiß, dass man Radfahrer hier nicht auf die Straße schicken kann“, sagt die zweifache Mutter. Zum einen sei die Strecke zu kurvig, zum anderen die Fahrbahn zu schmal. Autofahrer, die ohnehin meist schneller als 50 Stundenkilometer fuhren, überholten ohne Rücksicht auf die Radler – auch zu Hupkonzerten und Anfeindungen sei es schon gekommen. Zudem verursachten Lkw und Busse einen Sog, der schon auf dem Radweg nicht leicht auszugleichen sei, erklärt die Neuwittenbekerin.

Sie findet es traurig, dass nichts gegen die Verschlechterung des Wegezustands unternommen wurde und wird. Denn die zum Teil fußbreiten Risse sind nicht erst kürzlich aufgetreten. „Die Ulmen am Hang sind abgestorben, dadurch ist der Hang instabil geworden“, erläutert Andrea Schohl. Da die Alte Levensauer Hochbrücke derzeit saniert und der Kanalausbau zurückgestellt wurde, geht sie davon aus, dass diese Verbindung über den Kanal mindestens noch zehn Jahre bestehen bleibt. Grund genug für sie, die Schäden im Weg auf einer Länge von 300 Metern zu beseitigen. „Wir wollen keinen neuen Radweg“, betont Andrea Schohl. Aber eine sichere Möglichkeit, um mit dem Rad und zu Fuß über den Kanal zu kommen.

Baken aufzustellen und die ersten drei Buchstaben auf den Hinweisschildern Radwegschäden zu überkleben ist ein Leichtes. Doch was gedenkt der Kreis auf lange Sicht zu tun? Im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel sei es derzeit nicht möglich, den Weg zu ertüchtigen, erklärt Matthias Paraknewitz, Leiter des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr in Rendsburg, in dessen Zuständigkeit die Unterhaltung liegt. „Wir können gerade mal die Risse schließen, damit der Weg nicht noch schlechter wird, aber keine erdstatischen Verbesserungen durchführen“, teilt Paraknewitz mit. Stützwände müssten am Radweg angebracht, der ganze Damm verbreitert werden. „Das kostet viel, viel Geld“, sagt der Fachmann. Solange der Kreis das nicht in Aussicht gestellt habe, ergebe es keinen Sinn, die richtige Bauweise zu ermitteln und verschiedene Varianten durchzuplanen.

Eine Sanierung würde hunderttausende Euro kosten, teilt Martin Schmedtje, Sprecher der Kreisverwaltung, mit. Da die Brücke 2016 abgerissen und 2019 durch eine neue ersetzt werde, lohne das nicht. Es werde jedoch ein Gespräch mit der Verkehrsaufsicht des Kreises, der Stadt Kiel und dem LBV geben, kündigt Schmedtje an. „Wir wollen sehen, ob es eine für alle Seiten befriedigende Lösung gibt.“

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