Green Screen : „Wie ein großes Klassentreffen“

Marlen Hundertmark ist als selbstständige Kamerafrau tätig.
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Marlen Hundertmark ist als selbstständige Kamerafrau tätig.

Ein Interview mit Filmemacherin und Green-Screen-Jurymitglied Marlen Hundertmark.

shz.de von
09. Mai 2015, 06:45 Uhr

Eckernförde | Die Filmemacherin Marlen Hundertmark (35) aus München war in der Nominierungsjury von Green Screen. Für sie hat das Festival eine ganz besondere Bedeutung.

Welchen Stellenwert hat Green Screen für Sie?

Einen ziemlich großen. Green Screen ist für mich die Geburtsstätte meines beruflichen Schaffens. Es ist nämlich nicht so leicht, in die Tierfilmszene reinzurutschen, wenn man niemanden kennt.

Wie haben Sie es geschafft?

Nach meinem Mediendesign-Studium und einer Schnittausbildung bin ich 2009 allein nach Ecuador gefahren und habe dort die Tierwelt gefilmt. Mit der Produktion wollte ich mich bei Sendern und Produktionsfirmen bewerben. Ich bekam dann einen Praktikumsplatz bei Christian Herrmann vom Bayerischen Rundfunk. Er riet mir, den Film bei Green Screen einzureichen. Das habe ich getan und war höchst erfreut, als er sogar für den Preis der Jugendjury nominiert wurde. Das war im Jahr 2010. Ich war wahnsinnig aufgeregt, hierher zu kommen und die ganzen Filmemacher zu sehen, von denen ich ja niemanden kannte. Dann hatte ich auch noch das Glück, dass der Film überzeugt hat und die Jugendjury ihn als Gewinner ausgewählt hat. Das war für mich eine wahnsinnige Erleichterung, weil die Leute hinterher zu mir kamen und ich nicht auf sie zugehen musste. Dadurch habe ich den Einstieg in den großen Naturfilm erhalten und bei Christian Baumeister von der Produktionsfirma „Light & Shadow“ als Kameraassistentin angefangen.

Haben Sie das hier bei Green Screen festgemacht?

Mehr oder weniger. Ich habe die Produktionsmanagerin Petra Löttker hier kennengelernt, und sie hat mich direkt an Christian Baumeister verwiesen. Durch diesen Job habe ich dann auch wieder andere Leute aus der Szene kennengelernt, mit denen ich später auch zusammenarbeitete.

Also haben Sie erstmal einen Fuß in der Tür gehabt.

Genau. So ging alles los. Ich glaube, ohne Green Screen wäre ich heute nicht hier in der Jury und schon gar nicht so im Naturfilm tätig, wie ich es heute bin. Ich bin wahnsinnig dankbar dafür.

Als was arbeiten Sie jetzt?

Hauptsächlich als Kamerafrau. Ich bin seit 2012 selbstständig, arbeite für verschiedene Produktionsfirmen und Sender. Zurzeit arbeite ich, unter anderem, an einem Projekt von Volker Arzt und Angelika Sigl mit. Ich beschäftige mich aber auch noch mit ein paar anderen Projekten nebenbei. Wie es aussieht, beginnen dieses Jahr auch endlich die Dreharbeiten für mein erstes eigenes Projekt.

Und jetzt sind Sie hier in der Jury von Green Screen.

Ja, ich nehme extrem viel mit von hier. Man lernt viel, lernt durch die anderen Jurymitglieder unterschiedliche Betrachtungsweisen kennen, was ich sehr wichtig finde, um keine einseitige Sichtweise zu entwickeln. Ich sehe die Juryarbeit deshalb auch als kleine Fortbildung. Es hat sich also auch für mich gelohnt.

Wie beurteilen Sie das Festival?

In Deutschland ist Green Screen auf jeden Fall das wichtigste Festival für mich. Ich weiß von vielen Kollegen, dass sie es genauso einschätzen. Man hat hier eine zentrale Sammelstelle, läuft sich in der kleinen Innenstadt immer über den Weg, trifft die Redakteure ganz unkompliziert, kann ans Meer gehen und Dinge besprechen. Es sind auch die meisten Kollegen da. Ich glaube, dass Green Screen sehr wichtig ist für die Naturfilmszene.

Wie oft waren Sie schon bei Green Screen?

Ich war schon drei- oder viermal hier. Ich versuche, regelmäßig zu kommen. Man fühlt sich wahnsinnig wohl, die Betreuung ist toll, ebenso die Atmosphäre, die Leute sind nett. Und man sieht seine Kollegen wieder, die man sonst das ganze Jahr über nur selten sieht. Man bekommt einen Überblick, was die ganzen Leute, die man ja auch gern hat, machen. Es ist wie ein großes Klassentreffen.

Das heißt, Sie werden Green Screen treu bleiben?

Auf jeden Fall.

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