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Eckernförder Zeitung

21. Oktober 2017 | 21:38 Uhr

Wie die Nazis die Gewerkschaften zerschlugen

vom

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Eckernförde | Am 1. Mai 1933 hatten die Nationalsozialisten noch Schönwetter bei den Gewerkschaften bekundet und ihre Solidarität mit den Arbeitern zum Ausdruck gebracht. Einen Tag später kam das böse Erwachen: Mit dem Sturm auf die Gewerkschaftshäuser zerstörten sie jegliche organisierte Vereinigung der Arbeiterschaft. Auch das Eckernförder Gewerkschaftshaus hatten die Nationalsozialisten geplündert, allerdings schon am 10. Juli 1932. Nach einer Kundgebung am Exer stürmten SA- und SS-Angehörige das Gebäude am Vogelsang/Ecke Petersberg. Am Ende wurden zwei Landarbeiter, Johann Buhs aus Grünthal (40) und Hinrich Junge aus Thumby (19) ermordet. Zeugnis davon gibt ein Foto eines völlig verwüsteten Innenraums, das derzeit in einer Ausstellung in der Stadtbücherei zu sehen ist.

"Der Sturm auf die Gewerkschaftshäuser jährt sich zum 80. Mal", sagte Albert Leuschner vom Verdi-Bezirksvorstand. Das hätten der Verdi-Ortsverein und der DGB zum Anlass genommen, eine Ausstellung der Hans-Böckler-Stiftung mit 25 Tafeln nach Eckernförde zu holen. Der Titel: "... gerade dich, Arbeiter, wollen wir" eröffnet.

Sie zeigt die Vorgeschichte der Zerschlagung der Arbeiterbewegung, angefangen in der Weimarer Republik bis hin zur Machtübernahme. Am Ende versucht die Ausstellung vier Erklärungsansätze zu geben, warum die Nationalsozialisten die Gewerkschaften so schnell und ohne großen Widerstand zerschlagen konnten.

Über die Spuren des Faschismus in Eckernförde informiert Albert Leuschner darüber hinaus bei einer alternativen Stadtführung am Donnerstag, 9. Mai, um 14 Uhr. Treffpunkt ist am Rathausmarkt. Leuschner betonte, dass es bis heute einige Lücken in der Dokumentation gebe: "Von der Front des alten Gewerkschaftshauses suchen wir immer noch ein Foto." Die Ausstellung ist bis zum 12. Mai in der Stadtbibliothek zu sehen. Die Ausstellung ist noch bis zum 12. Mai zu sehen. Öffnungszeiten: montags, dienstags und donnerstags 10 bis 18.30 Uhr, freitags 10 bis 18 Uhr, sonnabends 10 bis 13 Uhr.

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