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Lesung Dietrich von Horn : Wie bei guten Freunden

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der in Schwansen und Eckernförde aufgewachsene Autor Dietrich von Horn hat in der Stadtbücherei aus seinen Werken gelesen. Der 68-jährigepensionierte Lehrer entführte die Zuhörer in das Eckernförde der 60er Jahre.

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erstellt am 20.Sep.2013 | 06:18 Uhr

Eine Lesung wie ein Abend unter guten Freunden. Bereits die Begrüßung in dem voll besetzten Lesezimmer der Stadtbücherei fiel warmherzig aus: „Oh schön, dass ihr da seid. Ich freu’ mich so.“ Dietrich von Horn, im Kreis Storman durch seine vielfältigen Aktivitäten in Sachen Kunst kein Unbekannter, kannte so manchen seiner Zuhörer, die ihn am Mittwochabend sehen und hören wollten, persönlich aus Jugendzeiten. Im Rahmen der Reihe Les-Art gab der pensionierte Grund- und Hauptschullehrer aus Bargteheide mit Eckernförder Wurzeln mehrere Kostproben aus seinen bislang drei veröffentlichten Büchern: aus seinem Debütroman, dem Episodenroman „Aber sonst ist eigentlich nicht viel passiert“, der in der norddeutschen Provinz angesiedelt ist; aus seinem Lebensroman „Immer is’ was“, der in collageartiger Weise von der Sinnsuche eines Heranwachsenden in und um Eckernförde erzählt, und aus seinem neuesten Werk „111 Gründe, Lehrer zu sein“.

Aber auch diejenigen der rund 40 Männer und Frauen – die meisten aus der Generation des Autors (68) –, die ihn nicht kannten, fühlten sich sofort von ihm angesprochen. Im sanften Schein der Leselampe erschien von Horn, der seine von der Nachkriegszeit und der Flower-Power-Zeit der 60er-Jahre geprägte Kindheit und Jugend auf der Halbinsel Schwansen und in Eckernförde verbracht hat, zunächst phasenweise liebenswürdig schüchtern.

Und dann doch Minuten später sein Publikum aufforderte, selbst aktiv teilzunehmen. Sei es durch das Lösen von Rechenaufgaben oder das Mitsingen des Liedes „Heimweh“ von Freddy Quinn, selbstverständlich allen im Raum bekannt. Denn es ging ein Stück weit auch musikalisch zu. Ab und zu sang von Horn die Songs an, die er in seinen Büchern erwähnt. Stets begleitet von seinem „Schwiegerfreund“ Holmer Zastrow am Keyboard. Köstlich, wie er Elvis zum Besten gab: „Wäll, ist wonn for se Many, tu for se Sco, srie tu get redi, nau go, kät, go. Bat dont ju step on mei blu swejd Schuus.“

Von Horns Sprachwitz ist bezeichnend und trifft unmittelbar das Gemüt der Zuhörer. Jeder fand sich sofort wieder in seinen Geschichten. So war auch immer ein Schmunzeln in den Gesichtern zu beobachten. Rotzig-frech, fast wortkarg und doch anrührend und auf höchste Weise amüsant – das sind die markanten Merkmale seiner Sprache. Herrlich, wie er scheinbar alltägliche Situationen ihrer Harmlosigkeit entlarvt, indem er sie ganz nebenbei und völlig unaufgeregt in den zeitgeschichtlichen Kontext stellt.

Der Leiter der Stadtbücherei, Hans–Jürgen Simon, dankte für diese höchst persönliche Lesung, die auf Anregung einer früheren Bekannten aus der Jugendzeit, der Eckernförderin Doris Rieger-Bundfuß , zustande gekommen war.

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