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„Wichtiger als Fernsehen“ – Leser erzählen am Welttag des Buches in Gettorf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Es ist ein weltweiter Feiertag für das Lesen, für Bücher und die Rechte der Autoren. 1995 hat die Generalkonferenz der Unesco den 23. April zum Welttag des Buches und des Urheberrechts ausgerufen. Der Todestag von Shakespeare und Cervantes soll auf die fundamentale Bedeutung des Buches und seine unverzichtbare Rolle auch in der Informationsgesellschaft hinweisen. Ein Feiertag auch für die Gemeindebücherei in Gettorf. Hinter den 1148 ausgegebenen Leseausweisen stehen noch weit mehr Leser aus Gettorf und den Umlandgemeinden. Aus Anlass des 20. Welttag des Buches hat Britta Günther, die Leiterin der Gemeindebücherei, für uns eine ihrer ältesten und einen ihrer jüngsten Leser zum Interview eingeladen. Helga Reimers ist 78, Gettorferin, und seit 1975 Bücherei-Mitglied, Jack Fehr ist drei Jahre alt. Er ist mit seiner Mama Leah Fehr und seinem drei Monate alten Bruder Andrew gekommen. Seine Mutter ist Amerikanerin, sein Papa Schweizer. Sie sind erst im März nach Gettorf gezogen.

Frau Reimers, Sie mögen Bücher?

Helga Reimers: Ja, es gibt kaum etwas Wichtigeres für mich. Sie sind wichtiger als Fernsehen. Ich kann beim Lesen mehr verinnerlichen. Bücher prägen mein Leben. Ich habe immer gern gelesen. Als wir in Kiel ausgebombt wurden, bin ich in den Lesesaal von der Kirche gegangen, um Bücher zu lesen. Da war ich zehn oder so. Dort gab es mehr Bücher als bei uns zu Hause. Aber wir hatten drei Zeitungen zu Hause.

Jack, bekommst du gern vorgelesen?
Jack: Ja, von Mama. Und von Papa auch.

Frau Reimers, bekommen Sie auch gern vorgelesen, oder lesen Sie lieber selbst?
Helga Reimers: Ich lese lieber selbst. Früher habe ich meinen Kindern vorgelesen. Pixi-Bücher, mit möglichst wenig Text. Der Tag war kurz.


Was lesen Sie am liebsten?
Krimis. Dazu gekommen bin ich durch die Schweden. Mit Henning Mankell fing es an. Aber auch Georges Simenon. Und sonst natürlich die Klassiker wie Vom Winde verweht, Eine amerikanische Tragödie von Theodor Dreiser oder die Blechtrommel von Günter Grass. Und ich lese gern Kochbücher.


Haben Sie ein Lieblingsbuch oder Lieblingsautor?
Nein, das kann man nicht sagen. Aber ich fahnde nach einigen bestimmten Autoren: Dem amerikanischen Autor Michael Connelly, dem schwedischen Krimi-Autor Åke Edwardson oder dem isländischen Krimi-Autor Arnaldur Indriðason. Ich schaue immer, was sie Neues haben.

Frau Fehr, welche Bücher mag Jack am liebsten?
Leah Fehr: Er liebt Bücher über Züge, Traktoren, Fahrzeuge generell und Tiere. Möglichst mit vielen bunten Bildern. Und er mag Wimmel-Bücher, diese Suchbücher. Wir kommen jede Woche, um sechs bis acht Bücher auszuleihen. Wir schauen uns jeden Tag nach dem Essen in der Mittagsstunde eine halbe Stunde Bücher an. Und wir lesen abends eine Geschichte vor, bevor es ins Bett geht.

Frau Reimers, wann nehmen Sie sich Zeit fürs Lesen?
Helga Reimers: Vorwiegend abends im Bett. Aber gerne auch schon nachmittags. Ich lese am liebsten im Liegen. Dazu nasche ich gerne. Nur nicht abends. (lacht)

Mögen Sie auch Hörbücher oder E-Books?
So weit bin ich noch nicht. Ich schwebe noch in der Entscheidung, ob das sein muss. Viele liegen ja in der Sonne mit einem Hörbuch. Aber ich bin da nicht abgeneigt, überhaupt nicht.

Was bedeutet Ihnen beiden die Bücherei in Gettorf?
Helga Reimers: Sie ist unerlässlich. Ich tausche auch Bücher mit Freundinnen, aber die Bücherei würde mir sehr fehlen.
Leah Fehr: Sie ist unglaublich schön. Es ist sehr wertvoll, dass wir jede Woche neue Bücher ausleihen können. Alles auf Deutsch für ihn und für mich. Es gibt so viele schöne Bücher in der Welt.




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erstellt am 23.Apr.2015 | 12:49 Uhr

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