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Wichtig für Jugendliche: Selber denken statt sich anzupassen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 15.Apr.2014 | 13:45 Uhr

Was für ein Motto! Wie schön, 7 Wochen selber denken, und das auch noch ohne falsche Gewissheiten….das klingt doch ganz gut!

Aber was schreibe ich dazu?

Logisch, dass mir sofort die vielen Jugendlichen in meinem Arbeitsfeld einfallen, die selber denken können und sich für ihre Belange einsetzen können. ….wir haben einen tollen Skaterpark... mit Grillplatz… es gibt sogar Wände zum besprayen… im Haus gibt es einen tollen Jugendrat… und dann gibt es auch bald wieder ein Grünes Haus!

Aber was ist mit all denjenigen, die es nicht so leicht schaffen, ihre eigene Meinung zu vertreten? Was ist mit denen, die sich der Mehrheit in einer Gruppe eher beugen?

Unter Jugendlichen ist Gruppenzwang nicht ungewöhnlich. Sie tragen dieselben Klamotten, hören dieselbe Musik und vertreten oft dieselben Ansichten. Das ist meistens kein Problem, aber was ist, wenn Alkohol und Drogen ins Spiel kommen?

Für Jugendliche ist eine Clique wie eine zweite Familie. Aus Angst, von der Gruppe abgelehnt zu werden, ordnen sich viele junge Menschen lieber dem Druck innerhalb der Clique unter. So wird vielleicht eine Meinung vertreten, die gar nicht die eigene ist, oder Alkohol konsumiert, obwohl das gar nicht gewollt ist.

Eine eigene Meinung zu haben und diese selbstbewusst zu vertreten, ist jedoch sehr wichtig, denn durch ständige Angepasstheit lässt sich kein individueller Charakter entwickeln. Darüber hinaus kann Gruppenzwang negative Folgen für den Einzelnen oder die ganze Gruppe haben, wenn falschen Entwicklungen nicht widersprochen wird.

Empfänglich für Gruppenzwang sind vor allem Jugendliche, die unter mangelndem Selbstvertrauen leiden. Damit Kinder und Jugendliche Gruppenzwang erfolgreich widerstehen können, ist die gesamte „Erwachsenenwelt“ gefragt. Wir sollten versuchen, die Kinder so zu erziehen, dass sie über genügend Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen verfügen, um ihre eigene Meinung zu sagen, oder etwas, das sie für falsch oder unmoralisch halten, ablehnen. Wichtig ist, ihnen zu zeigen, dass wir ihnen etwas zutrauen.

Ich fühle mich dabei in dieser Stadt allerdings auf einem guten Weg… und freue mich drauf – auch nach Ostern – selber denkende Menschen zu unterstützen und zu begleiten.

> Heike Peuster ist Streetworkerin. Sie ist für alle Jugendlichen in Eckernförde Ansprechparterin in allen Problem- und Lebenslagen.



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