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Feine Noten : Whisky hält Einzug im Redderhus

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Rendsburger Kaufmann Thomas Krüger kauft das Reetdachgebäude in Holzbunge. Er will ein Lokal und ein Museum für die edle Spirituose schaffen.

Holzbunge | Für das 60-jährige Firmenjubiläum im kommenden Jahr hat sich der Spirituosenhändler Thomas Krüger etwas ganz Besonderes gegönnt. Im Sommer 2016 will der 53-jährige Rendsburger in dem Redderhus in Holzbunge ein Whisky-Lokal mit Museum eröffnen. Die Gemeindevertretung hat am Donnerstagabend in nicht-öffentlicher Sitzung dem Verkaufsvertrag offiziell zugestimmt. Thomas Krüger, der in Rendsburg in der Holsteiner Straße 18 den Feinkostladen „Krügers Chateâus & Chocolats“ betreibt, stellte zu Beginn der Sitzung den rund 50 Zuhörern seine Pläne für das seit Ende des Jahres zum Verkauf stehende Gebäude vor.

Bereits zum 1. Oktober übernimmt Krüger das Redderhus und wird zügig mit den Umbauarbeiten beginnen. Im Erdgeschoss will er ein Whisky-Lokal eröffnen und dort regelmäßig Verkostungen anbieten. „Die Möglichkeiten in Rendsburg sind begrenzt“, sagte Krüger, der sein Geschäft dort aber nicht aufgeben wird.

Das historische Gebäude in Holzbunge biete die idealen Bedingungen und sei an Gemütlichkeit kaum zu übertreffen. Im Obergeschoss soll ein Whisky-Museum entstehen. Krüger ist stolzer Besitzer von rund 10  000 Whiskeyflaschen sowie eines Sammelsuriums an Werbeartikeln der Whisky-Detillerien. Die schönsten Exponate will er dort in dem Museum zeigen sowie über die Herstellung des „flüssigen Sonnenlichts“ und dessen Geschichte informieren.

Was dem neuen Hausherrn noch fehle, sei ein Konditor, sagt Krüger. Denn neben Whisky sollen seine Gäste auch Süßes probieren – edle Schokolade und „guter Stoff im Glas“, das passe einfach zusammen. Holzbunges Bürgermeister Ole Bening ist froh, dass die Gemeinde das Redderhus verkaufen konnte. Zu hoch waren die finanziellen Belastungen in den vergangenen Jahren. „Zwischen 10  000 und 30  000 Euro musste die Gemeinde Jahr für Jahr in den Erhalt des Gebäudes stecken“, so Bening. Zuletzt rund 10  000 Euro in die Sanierung der Gaube stecken. Es habe einige Interessenten für das Haus gegeben, berichtete er, das Konzept von Thomas Krüger sei aber am überzeugendsten gewesen.

Seine Mission ist der Genuss, sagt Thomas Krüger. Der Genuss komme oftmals zu kurz. Krüger war gerade einmal 14 Jahre, da fing er an, Whiskyflaschen zu sammeln. Sein Vater Ernst-Willi hat 1956 das Feinkostgeschäft in Rendsburg eröffnet. Noch heute steht der jetzt 84-Jährige im Geschäft, genau wie seine Mutter mit 85 Jahren. 1978 fuhr Thomas Krüger mit seinem Vater erstmals nach Schottland, besuchte mit ihm unter anderem die Destillerie von Johnny Walkers. Seitdem ist er gut 30 Mal in dem Land gewesen. Der Name „Redderhus“ wird verschwinden, dennoch will Thomas Krüger den Geist des Hauses nicht ganz vertreiben. „Ich bin mir der Verantwortung für die Historie bewusst“, betonte er auf der Sitzung. „Das Whisky-Tasting verbindet die Geschichte Schottlands mit der Eiszeit der Hüttener Berge“, ist der Neubesitzer überzeugt. Zudem versicherte er, dass der Saal im Krog auch weiterhin der Gemeinde für ihre Sitzungen sowie der Gilde und der Feuerwehr für ihre Feste zur Verfügung stehe. Aber der dreifache Familienvater Thomas Krüger hat noch ein anderes Ziel mit seinem Whisky. „Die ehemaligen Kreise Rendsburg und Eckernförde sind noch immer nicht zusammengewachsen“, sagt er. Mit seinem Whisky-Cafe nahezu in der Mitte der beiden Städte hoffe er auf eine harmonisierende Wirkung des Alkohols. „Wenn man sich zusammensetzt und einen trinkt, bekriegt man sich nicht“. Über den Verkaufspreis wurden keine Angaben gemacht. Zuletzt wurde das Redderhus aber für 500  000 Euro gehandelt.




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erstellt am 12.Sep.2015 | 05:38 Uhr

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