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Entkoppeln : Westcoast an der Waterkant: Musik wie ein Organismus

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Konzert mit der Gruppe Hands ’n’ Wood verspricht eine exquisite neue Reihe im Utgard. Weitere Konzerte werden folgen.

Das wird eine kleine, exquisite Veranstaltungsreihe im Café des Utgard – schon das erste Konzert, das der Neu-Eckernförder Nob Wesch mit seiner eigenen Truppe „Hands’n’Wood“ da oben im Café hinlegte, war ein Schmaus für die Ohren. Mit zwei akustischen Gitarren und Cajon statt Schlagzeug, mit Mandoline, einer zwölfsaitigen Gitarre, einer E-Gitarre im Hinterhalt und bis zu dreistimmigem Gesang bekamen die Zuhörer geschmeidig präsentiert, was die Jungs selbst geschrieben oder anderen Künstlern entliehen haben. „Hands’n’ Wood“ – das sind: Peter McCallum (Gitarre und Gesang), ein „recht guter“ (O-Ton McCallum: Achtung, Untertreibung) Uli Neels an der Kistentrommel und Nob Wesch (Gitarre, Gesang, Mandoline) – Musiker, die sich lange kennen und in diversen Formationen spielen. Ihre Musik: Westcoast und Americana. Es geht temporeich los und temporeich bleibt es vorerst; McCallum und Wesch legen den leicht entflammbaren Teppich aus Gitarrenklängen, Neels am Cajon reißt das Streichholz, zusammen geben sie Zunder, dann Feuer, wie ein Organismus führen sie die Stücke dann schlagartig zum Abschluss. In „Lay your head“ wird es ruhiger. Die Songs erinnern mal an „Sangit“, mal ans „Jon Flemming Olsen Akustik Trio“, mal an „Tears for Beers“, mal scheint die Band Orientalisches, Spanisches oder Keltisches zu zitieren; mal klingt McCullum wie Neil Young, und dann sind sie doch wieder sie selber – drei Musiker aus Niedersachsen, die ihre Instrumente mehr als beherrschen. McCallum streut Anekdoten aus vergangenen Tagen als Radiomoderator ein: „Ich sollte Tom Waits interviewen, damals im Onkel Pö’s. Wir haben uns eine Flasche Whisky geteilt, bevor er was gesagt hat. Er konnte dann reden, ich nicht mehr.“ Er und Wesch lassen in Americas „Horse with no name“ die Gitarren flirren, bis die Hitze unerträglich wird, sagen mit „Twentyone“ von den Eagles den schnellsten Song des Abends an, und Wesch spielt in der Tat einen heißen Reifen. In „Southern Man“ von Neil Young hebt er mit der E-Gitarre zu Kaskaden an, die Szenenapplaus verdient hätten. Dieser erste Abend einer geplanten Reihe von Konzerten (Wesch hat bereits weitere vier Konzerte im Utgard geplant) war ein großartiger Einstieg in ein kleines, feines Musikprogramm. Ab sofort – jeden dritten Sonnabend im Monat.

> 21. September: Karin Hylander & Oliver Terwiel (S/D), Rock & Pop, Songs aus drei Jahrzehnten
> 19. Oktober: Duo Evelyn & Thomas (D), Jazz & Bossa
> 16. November: Steve Westaway & Nob Wesch (UK/D), Singer/Songwriter, Blues & More
> 21. Dezember: Greg Copeland (USA), An acoustic journey to the blues

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erstellt am 25.Aug.2013 | 18:39 Uhr

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