Eckernförde : Wespen: Was hilft wirklich?

Die kleinen Hautflügler stürzen sich auf alles, was nicht abgedeckt wird. Fotos: Schumacher
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Die kleinen Hautflügler stürzen sich auf alles, was nicht abgedeckt wird. Fotos: Schumacher

Tipps und Tricks, um die Störenfriede mit einfachen Hausmitteln loszuwerden, ohne sie zu töten.

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21. August 2018, 19:39 Uhr

Sie fliegen in den Saft, naschen vom Kuchen und versetzen einige Menschen in Panik: Wespen sind momentan überall, und das hat auch seinen Grund. Dieses Jahr waren die Umweltbedingungen für die schwarz-gelb gestreiften Tierchen besonders günstig. Durch den trockenen und warmen Frühling konnten sich die Wespenvölker mühelos ansiedeln und ihre Nester bauen. Ab März, April fliegen die Königinnen aus und gründen ihre eigenen Völker. Zunächst sind sie damit auf sich allein gestellt. Sie müssen die ersten Larven durchfüttern und das Nest bauen. Bei schlechter Witterung gelingt das nicht so gut, aber wenn das Wetter sonnig und trocken ist, steht der Verbreitung fast nichts mehr im Weg.

So war es diesen Frühling auch in Norddeutschland, und jetzt wimmelt es nur noch so vor Wespen, die beim gemütlichen Zusammensitzen unter freiem Himmel stören. Es gibt Dutzende von Tipps und Tricks, die gegen die fliegenden Ruhestörer helfen sollen. Aber was hilft wirklich und hat sich schon bewährt?

Die 65-jährige Rita Petersen aus Eckernförde hatte genug von all den Mitteln, die dann doch nicht helfen. Sie hat es bereits mit Cent-Stücken auf dem Tisch und Zigarettenrauch versucht, und beides hat nicht geholfen. Jetzt hat sie immer eine mit Wasser gefüllte Sprühflasche dabei und sprüht die sich nähernden Tierchen direkt in die Flucht. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Während die Nachbartische des Cafés von Wespen überfüllt sind, hat sie Ruhe vor ihnen und kann entspannt ihren Kaffe genießen. Der Nachteil: Sie muss ständig sprühen.

Der 84-jährige Urlauber Wilhelm Neu geht das Problem eher entspannt an. Er empfiehlt, ruhig auf die Wespen einzureden und ihnen etwas vom Essen abzugeben. Mit dieser Methode lassen sie ihn in Ruhe. „Das habe ich auch schon immer meinen Kindern erzählt, und es funktioniert.“

Die Bäckerei greift auf technische Hilfsmittel zurück, damit es unter der Theke nicht summt. Die 28-jährige Mitarbeiterin Juliane Frank erklärt, wie die Insektenfalle funktioniert: „Die Tiere werden von dem UV-Licht angezogen und durch einen Luftzug hinein gezogen. Da kommen sie dann nicht mehr raus und abends werden alle wieder frei gelassen.“

Auch im Eisladen versuchen die Wespen ihr Glück. Deshalb ist die Aushilfe Vivien Valente (26) kreativ geworden und hat selber eine Falle gebastelt: Einfach etwas Sirup oder Soße in einen Becher geben und darüber einen Deckel mit einem Loch legen. Von dem Duft angezogen, fliegen Wespen in den Becher und kommen nicht mehr raus.

Mit einem „Wespinator“ sollen sich sogar komplette Staaten verscheuchen lassen. Dazu muss nur eine braune Tüte aufgepustet, an der Öffnung zusammengebunden und anschließend aufgehängt werden. Für die Insekten soll das nach dem Nest eines anderen Wespenvolkes aussehen, so dass sie sich einen anderen Platz suchen, verrät die 19 Jahre junge Julie Schönknecht.

Auch wenn sich ein Trick bei jemandem bewährt hat, hilft dieser leider nicht immer und überall. Deshalb gibt es kein allgemein gültiges Wundermittel gegen die Insekten. In Deutschland gibt es nur zwei Arten von Wespen, die Gemeine und die Deutsche Wespe, die sich nah an den Menschen heran trauen. Eine Gefahr geht von diesen Arten in der Regel nicht aus. Sie sind nur auf Nahrungssuche und stechen lediglich in bedrohlichen Situationen zu. Der Naturschutzbund Deutschland empfiehlt deshalb, Ruhe zu bewahren und nicht wild rumzuwedeln. Auch wenn sie lästig sind – Wespen sind wichtig für die Umwelt und leisten einen genau so gewichtigen Beitrag für die Bestäubung von Pflanzen wie Bienen.

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