Marienkirche Waabs : Wertvolle Bilder vom Jüngsten Gericht

18  000 Euro aus der Deutschen Stiftung Denkmalsschutz (DSD) überbrachten Lutz-Uwe Gloeckner (2.v.r.) und Christiane Assenmacher (re.) an (v.li.) Hans Heinrich Reineke, Brigitte Ingermann und Arne Heinrich vom Bauausschuss sowie Pastorin Peggy Josefine Kirsten.
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18 000 Euro aus der Deutschen Stiftung Denkmalsschutz (DSD) überbrachten Lutz-Uwe Gloeckner (2.v.r.) und Christiane Assenmacher (re.) an (v.li.) Hans Heinrich Reineke, Brigitte Ingermann und Arne Heinrich vom Bauausschuss sowie Pastorin Peggy Josefine Kirsten.

Waabser Marienkirchengemeinde erhält Förderung über 18 000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

shz.de von
25. Juni 2018, 05:50 Uhr

Waabs | Von außen schlicht, doch innen voller Kunstwerke: Das ist die Marienkirche Waabs. Seit Jahren wird das Gotteshaus aufwändig instandgesetzt, um es zu erhalten und seine Schätze freizulegen. Nachdem die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) bereits im vergangenen Jahr 30 000 Euro für die Reparatur von Turm und Dachstuhl zur Verfügung gestellt hatte, konnte Pastorin Peggy Josefine Kersten jetzt von Lutz-Uwe Gloeckner, Ortskurator Schleswig der DSD, im Beisein von Christiane Assenmacher von Lotto Schleswig-Holstein einen weiteren Fördervertrag über 18 000 Euro entgegennehmen. Damit kann die Freilegung und Konservierung der seltenen Fresken im Chorraum noch in diesem Jahr beendet werden.

„Wir sind froh und dankbar über diese weitere Förderung“, sagte Peggy Josefine Kersten. Da der Kirchenkreis die Innenraumrestaurierung der Marienkirche nicht bezuschusse, sei man auf Spenden und außerkirchliche Förderung angewiesen. „Alleine könnten wir das nicht wuppen“, so die Pastorin.

Bereits nach der Wiederentdeckung der kostbaren Wandmalereien im Chorraum hatte sich ein Förderverein für deren Restaurierung starkgemacht und insgesamt 300 000 Euro aufgebracht, um die Fresken Abschnitt für Abschnitt unter der weißen Übermalung hervorzuholen, berichtet die Pastorin und lobt dabei das große Engagement der Bürger. Seit 1997 konnten so bereits die Motive freigelegt werden. Nun gehe es darum, die Rippenbögen zwischen den einzelnen Bildern und die Muster darunter zu erneuern. Die Bilder stammen aus dem 16. Jahrhundert. Sie wurden später zunächst klassizistisch, dann im Stil der Nazarener und um 1900 von dem Schleswiger Maler Hans Hampke überarbeitet. 1968 übermalte man die Malereien weiß. Nach der Wiederentdeckung im Chorraum ab 1997 wurde Abschnitt für Abschnitt freigelegt. Die Fresken zeigen unter anderem die Geschichte der Vertreibung aus dem Paradies und das Endgericht nach Matthäus 26.

Der einschiffige Backstein- und Feldstein-Kirchenbau wurde im 14. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut. Durch den Bau des querrechteckigen, mit einem Satteldach bekrönten Westturms aus Ziegelsteinen Ende des 16. Jahrhunderts und die Wölbung des Schiffes durch das Kreuzrippengewölbe im Jahre 1608 erhielt die Marienkirche ihre heutige Form. Im Inneren der Kirche sind Kostbarkeiten erhalten geblieben, so der Marienaltar aus der Zeit um 1460, das Rantzau-Gestühl aus dem ausgehenden 16. Jahrhundert, die Kanzel von 1600, die hölzerne Taufe aus dem Jahr 1674 und die Orgel aus dem 17. Jahrhundert.

Wenn die Fresken in neuem Glanz erstrahlen, ist die Innensanierung längst nicht abgeschlossen, so Arne Heinrich, stellvertretender Kirchenratsvorsitzender. „Für das kommende Jahr steht die Sanierung des Kirchenschiffes im Fokus. Hier geht es vor allem um Malerarbeiten mit denkmalgerechten Farben.“ Laut Sanierungsgutachten von 2015 müssen dafür rund 90 000 Euro aufgebracht werden. „Auch dafür hoffen wir, noch Spenden zu bekommen.“
Die Marienkirche in Waabs ist die kleinste Kirchengemeinde des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Sie ist eines von über 190 Förderprojekten, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher allein in Schleswig-Holstein fördern konnte.

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