Ausstellung im Stadthallenfoyer : Werkschau von besonderer Güte

Fotograf Dieter Borchert und seine Motive: (v. l. oben) Manfred Koch, Carmen Hackradt, Joachim Weiske und Martin Krohn. Fotos: Kühl
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Fotograf Dieter Borchert und seine Motive: (v. l. oben) Manfred Koch, Carmen Hackradt, Joachim Weiske und Martin Krohn. Fotos: Kühl

Fotograf Dieter Borchert zeigt über 60 Aufnahmen aus seinen sechs Foto-Projekten der Jahre 2015 bis 2017. Eröffnung heute um 18 Uhr.

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05. Januar 2018, 06:36 Uhr

Eckernförde | Die See glatt, die Stimmung ruhig, Carmen Hackradt ist im Windwatt stehend im Einklang mit sich und der Natur. So hat Dieter Borchert die Yogalehrerin auf seinem Foto eingefangen – „morgens um sieben in Eckernförde“. Diesen Titel hat der Eckernförder Fotograf auch seiner Porträtserie mit Eckernförder Persönlichkeiten gegeben. Die Aufnahmen sind zwar nicht alle sekundengenau um diese Zeit entstanden, „aber ich war um 7 Uhr am Set“, sagt Borchert. Niemals allein, immer mit guten Freunden und interessanten Menschen. Wie Friseurmeister und Hobby-Jäger Manfred Koch auf dem Hochsitz, Wäschereibesitzer Joachim Weiske bei der Arbeit, Einzelhändler Martin Krohn beim Rudern, Fitness-Marketingexpertin Julia Schulz auf dem Wochenmarkt, Maler Volker Altenhof mit Kaffeetasse in seinem Atelier, Fischer Jochen Vick auf seinem Kutter oder seiner Ehefrau Meike Gauger-Borchert beim morgendlichen Joggen an der Borbyer Promenade. Dieter Borchert wollte bewusst nicht die üblichen Hintergründe und Sonnenaufgänge fotografieren, „Davon gibt es schon genug, und die Stadt hat mehr zu bieten. Ich suche mir Ecken, die nicht so spektakulär sind“. Die Aufnahmen ergeben sich nicht zufällig, er hat die Bilder im Kopf, bevor er sie fotografiert. Wobei nicht immer alles wunschgemäß läuft: So streikten die Tauben eines Taubenzüchters und flogen nicht wie erhofft im Pulk aus dem Taubenschlag.

Diese Porträtserie dürfte bei vielen Besuchern der heute um 18 Uhr im Foyer der Stadthalle mit einer Vernissage beginnenden Ausstellung „Werkschau 2015 bis 2017“ im Mittelpunkt des Interesses stehen. Aber auch die weitere fünf Foto-Projekte sind sehr sehenswert und regen wie im Falle der Serie „Weltberühmte Fotos“ auch zum Nachdenken an. Darin hat Borchert mit Holzpuppen weltberühmte Momente der jüngeren Geschichte nachgestellt, die nicht immer auf den ersten Blick zu entschlüsseln sind, auch wenn Ort und Datum angegeben sind. Die Betrachter sollten sich darauf einlassen und keinesfalls vorzeitig die ausgehängten Auflösungen studieren ... das Rätseln lohnt.

Auch die Porträtserie „Maling of“ zeigt Menschen aus der Region, an denen Dieter Borchert etwas liegt. Da ist Landwirt Hans-Joachim Dibbern in Großaufnahme zu sehen, auf einem zweiten Foto sein Hof in Neudorf-Bornstein an der B 76. Auch Schwimmmeisterin Rhabea hat Borchert verewigt, zusammen mit dem leeren Becken des geschlossenen Freibads Katzheide in Kiel, oder seine junge, wandelbare Kollegin am Kieler Theater, Marielle, die den Fundus betreut. Der 62-jährige Dieter Borchert arbeitet dort als Werbegestalter, freut sich aber auch schon auf seinen baldigen Ruhestand. Die weiteren Projekttitel seiner aktuellen Werkschau heißen „New-Food-Fotografie“, „Minimalismus“ und „Veränderungen“. Darin hat Borchert Lebensmittel kreativ fotografiert, gibt reduzierten Einzelmotiven eine fokussierte Bühne und zeigt in kleinen Foto-Serien Veränderungsprozesse von Gesichtern, Bärten oder Äpfeln innerhalb weniger Sekunden bis mehreren Monaten.

Die „Werkschau 2015 bis 2017“ von Dieter Borchert wird heute um 18 Uhr eröffnet und ist den gesamten Januar über während der Vorstellungen in der Stadthalle zu sehen. Am Wochenende öffnet Borchert seine Foto-Schau auf Anfrage unter borchert@dibo-workflow.com.

Auch für 2018 hat Borchert bereits Pläne: Er möchte eine Serie zum Thema „Frauchen und Herrchen mit Hund“ fotografieren, natürlich wieder mit einheimischen Akteuren.

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