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Gleichstellungs-Kampagne : Werbung für mehr Frauenpower

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gleichstellungsbeauftragte machen auf Gettorfer Wochenmarkt auf geringe Zahl von Frauen in der Kommunalpolitik aufmerksam.

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2017 | 05:10 Uhr

Gettorf | Was auf dem Gettorfer Wochenmarkt zunächst aussah wie der große Aufstand der Gartenzwerge und insbesondere –zwerginnen, hatte einen ernsten Hintergrund: die oftmals verschwindend geringe Anzahl von Frauen in der Kommunalpolitik. Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, tourten die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Rendsburg-Eckernförde, der Ämter Dänischer Wohld, Schlei-Ostsee, Nortorfer Land, Hüttener Berge sowie der Gemeinde Kronshagen in den vergangenen Wochen über Wochenmärkte, verteilten Infobroschüren und suchten Gespräche mit Passantinnen.

Im Schnitt liegt die Quote der Frauen in Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik bei etwa 25 Prozent. Während die Quoten im Kreistag Rendsburg-Eckernförde mit fast 35 Prozent und in der Gemeinde Kronshagen mit über 58 Prozent deutlich darüber liegen, beträgt sie im Bereich des Amtes Dänischer Wohld lediglich knapp 25 Prozent. Die Gründe dafür sind vielfältig. „Sie werden nicht gefragt oder auch nicht aufgestellt, hinzu kommen sicherlich auch gesellschaftliche Rollenbilder“, so Anja Fiebelkorn, Gleichstellungsbeauftragte im Amt Dänischer Wohld. Zudem, da war man sich einig, haben viele Frauen auch Bedenken, dass es mit einem zu hohen zeitlichen Aufwand verbunden wäre. Diese Bedenken zerstreute Monika Schulze: „Eine niedrigschwellige Möglichkeit ist zum Beispiel der Einstieg als bürgerliches Mitglied“, so die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Kronshagen.

Eine Möglichkeit, die auch Monika Kautza (CDU) in Gettorf wahrnimmt. „Der zeitliche Aufwand ist eigentlich individuell steuerbar, je nachdem, wie weit man sich engagieren möchte“, so Kautza. Sie betonte, dass in der Gettorfer Gemeindevertretung neben 17 Männern nur zwei Frauen – beide von den Grünen – vertreten sind. Eine von ihnen, Bodil Busch, war ebenfalls auf dem Wochenmarkt mit von der Partie. Sowohl Busch als auch Kautza waren sich einig, dass sich auch die anderen Parteien bemühen, die Frauenquote zu erhöhen.

Gerade in den großen Parteien seien aber viele der Gemeindevertreter schon seit langer Zeit aktiv dabei, wie Bodil Busch betonte, und was Melanie Kautza mit den Worten „Man muss sich manchmal schon durchsetzen können“ lächelnd bestätigte. Wichtig war Busch aber auch, dass das politische Engagement nicht nur Arbeit bedeutet, sondern dass es auch Spaß macht, mit zu entscheiden und zu gestalten. „Vom Zeitaufwand ist es nicht mehr, als wenn man Sport treibt. Das kann man gut nebenher machen“, so die Kommunalpolitikerin.

Auch in Gettorf war die Resonanz, wie auf den vorher besuchten Märkten, durchweg positiv. „Wir haben schon etliche Broschüren verteilt und auch viele gute Gespräche geführt“, stellte Anja Fiebelkorn nach nur einer knappen Stunde fest. Und wer nicht auf dem Wochenmarkt war oder unverbindlich tiefer in das Thema eintauchen möchte: Auch Besuche öffentlicher Sitzungen der Gemeindevertretung oder der Ausschüsse geben erste Einblicke in die ehrenamtliche politische Arbeit.

Weitere Infos unter www.frauen-sind-waehlerisch.de

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