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Eckernförder Zeitung

23. August 2017 | 23:31 Uhr

Werben für eine große Chance

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bauausschuss entscheidet am 1. Dezember über Weichenstellung für den Ortsteil Stift / Bürgermeister hofft auf Unterstützung der Fraktionen

Die Sitzung des Bauausschusses am 1. Dezember hat Gewicht – sollen die Fraktionsvertreter doch die Pflöcke für das Städtebauförderungsprogramm einschlagen, von dem sich Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) eine nachhaltige Belebung des Ortsteils Stift verspricht. „So eine Chance kriegen wir so schnell nicht wieder“, macht der Verwaltungschef im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich.

Es sei nicht nur die Chance, die Nahversorgung im eigentlichen Wortsinn sicherzustellen, sprich zu ermöglichen, dass sich die Stifter in fußläufiger Erreichbarkeit mit den Dingen des täglichen Bedarfs eindecken können. Vielmehr sei es auch die Chance, eine Umgestaltung vom Aldi-Markt und dem Getränkehändler am Stegeltor bis zum Herrenhaus zu realisieren, mit deren Hilfe die derzeit durch die Dänischenhagener Straße getrennten Einkaufsbereiche besser miteinander verbunden werden, skizziert Ehrich. „Momentan gibt es kein richtiges Zentrum. Wir erhoffen uns, mit einem Konzept neben dem Aspekt der Nahversorgung auch den des Begegnungsbereichs aufgreifen zu können“, fügt Bauamtsleiterin Bianca Hess hinzu. Ziel der Städtebauförderung ist es, die städtebauliche Funktionsfähigkeit, die soziale Vitalität und den kulturellen Reichtum der Ortsteilzentren zu erhalten beziehungsweise wiederzugewinnen.

Wenn die Mitglieder im Bauausschuss grünes Licht geben, können die vorbereitenden Untersuchungen gemacht und die Mängel in dem beschriebenen Gebiet benannt werden. Das ist Grundlage für ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept, das Mittel und Wege benennt, die Missstände aufzuheben. „Dabei wollen wir die Bevölkerung einbinden“, kündigt der Bürgermeister an und denkt neben der Fortführung des bereits existierenden Runden Tisches an Workshops zu verschiedenen Themen wie Verkehr und Sortimente. Danach ist ein Planungsbüro auszuwählen, das in der Lage ist, die Gemeinde bei der Umsetzung zu begleiten. Anfang 2015 könnte der feststehen, mit ersten Ergebnissen sei dann nicht vor Ende des nächsten Jahres zu rechnen, teilt Bianca Hess mit. Alles in allem sind zehn bis 15 Jahre für den Prozess veranschlagt.

Finanziert werden alle Schritte in dieser Zeit zu je einem Drittel von Bund und Land, das letzte Drittel trägt die Gemeinde. So entfallen von den für 2015 angesetzten Planungskosten in Höhe von 180 000 Euro 60 000 Euro auf die Gemeinde. „Wir müssen nicht unbedingt jedes Jahr etwas investieren“, gibt die Bauamtsleiterin zu bedenken, warnt aber gleichzeitig vor unnötigen Verzögerungen. „Die Steuerung liegt bei uns“, betont sie. Insgesamt geht die Verwaltung von 15 Millionen in den nächsten zehn bis 15 Jahren aus – ein Drittel davon müsste die Gemeinde stemmen. Auch wenn die Städtebauförderung einen beträchtlichen Mehraufwand im Rathaus mit sich bringt, vor dem Ehrich „hohen Respekt“ hat, überwiegt bei ihm doch die Freude, dass Altenholz neben Flintbek, Itzehoe, Oldenburg und Schenefeld für das Programm ausgewählt wurde. „Wir dürfen nicht aufhören, den Ortsteil innovativ zu denken. Mit breiteren Parkplätzen werden wir Stift nicht retten“, ist Ehrich überzeugt. Er hoffe, dass im Bauausschuss über die Fraktionen hinweg erkannt werde, dass sich mit der Städtebauförderung Entwicklungschancen bieten, die die finanzielle Risiken bei weitem überwiegen.

 

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erstellt am 20.Nov.2014 | 06:00 Uhr

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