zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2017 | 05:22 Uhr

Marketing : Wer vermarktet Gettorf ?

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Citymanager soll Ladenstraße als Einkaufsort in der Region bekannt machen

von
erstellt am 31.Okt.2013 | 18:37 Uhr

Die Ladenstraße in Gettorf besteht überwiegend aus unternehmergeführten Geschäften, keinen Filialisten. Mehrere Cafés laden dazu ein, sich beim Einkauf zwischendurch eine Pause zu gönnen. Das Auto steht währenddessen drei Stunden kostenfrei nur wenige Meter entfernt auf zentralen Parkplätzen. – Ideale Voraussetzungen, um auch Kunden von außerhalb anzuziehen. Doch die genannten Vorzüge sind viel zu wenig bekannt, stellten die 70 Gäste der Podiumsdiskussion fest, zu der der Handels- und Gewerbeverein (HGV) Gettorf und Umgebung eingeladen hatte. Wie sich das mit kleineren Veränderungen sofort und mit langfristiger Planung bessern kann, erörterten Bürger mit Vertretern der Fraktion und Pascal Ledune, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rendsburg-Eckernförde.

„Die Konkurrenz im Außenbereich ist da, und das Internet ist nur einen Klick entfernt“, machte Ledune deutlich. Über die Qualität im Kernbereich könne Gettorf, das über eine schön gewachsene Struktur verfüge, die Fahne hochhalten, sagte Ledune weiter. Für Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD) spielen hier auch die Freundlichkeit und fachgerechte Beratung in den Gettorfer Geschäften eine Rolle. Ein Manko aus seiner Sicht ist die Ansiedlung von Fachärzten im Erdgeschoss der neu errichteten Häuser der Firma Jöhnk. „Sie hätten auch gut in den ersten Stock gepasst, dann wäre unten Platz für kleine Geschäfte gewesen, und wir hätten mehr Flaniermeile gehabt“, argumentierte der Bürgermeister. Mehrere Zuhörer wünschten sich eine liebevollere Dekoration der Schaufenster, die auch zum Hineinschauen einlade. Der HGV-Vorsitzende Thomas Grötsch mahnte einheitliche Öffnungszeiten der Geschäfte an und eine bessere Optik der Ladenstraße. Weiter merkte er an, dass es genug Anfragen interessierter Kaufleute für leer stehende Geschäfte gäbe, dass die Mieten aber oftmals zu hoch seien und es zu keiner Einigung komme. Ledune appellierte an die Vermieter, nicht nur mit einer geringeren Miete zu beginnen, sondern auch Verträge mit kürzerer Laufzeit abzuschließen. Wer eine Existenz neu aufbaue, könne sich nicht für vier bis fünf Jahre binden, machte er deutlich und warb für mehr Kreativität. Eigeninitiative müsse unterstützt werden, war auch Holger N. Koch (FDP) überzeugt.

Klaus Juschkat warf die Frage auf, wie Kunden für Gettorf als Einkaufsort begeistert werden könnten. „Wenn ich schon keinen Laden zur Marke mache kann, dann mach ich doch Gettorf zur Marke“, schlug er vor. Dazu brauche es einen Slogan, wie zum Beispiel „Einkaufen auf der Sonnenseite des Kanals“, Aktionen wie Freikarten für den Tierpark oder Gutscheine für einen Besuch auf dem Kirchturm. Und es brauche jemanden, der das alles koordiniert – also ein professionelles Management, meinte Juschkat. Michael Janowski pflichtete ihm bei und erinnerte an den Fremdenverkehr, der derzeit brach liegen gelassen werde. „Greift in die Tasche und leistet Euch einen Hauptamtlichen – es lohnt sich“, sagte Gunnar Buchheim, Vorsitzender des Gettorfer TV, der seit zwei Jahren einen hauptamtlichen Geschäftsführer hat. Es brauche ein Marketing, und die Gemeinde sei bereit, eine Anschubfinanzierung zu leisten, erklärte Joachim Wendt-Köhler (SPD), Vorsitzender des Finanzausschusses.

Wilhelm-Otto Pelletier, Optiker im Ort, vermisst Möglichkeiten zum Verweilen in der Ladenstraße, nicht nur Cafés, sondern Bänke, Spielecken und Wippen für Kinder. Thomas Lüdke schlug vor, über eine Überdachung nachzudenken – nicht unbedingt für die gesamte Straße auf einmal, aber Stück für Stück. So könnten die Menschen wetterunabhängig ihren Einkaufsbummel im Ort genießen. Die Atmosphäre sei ein wichtiger Faktor beim Einkauf, fand auch Bodil Maria Busch, Fraktionsvorsitzende des Bündnis 90/ Die Grünen. Neben Sitzgelegenheiten regte sie ein Wasserelement an – das ziehe Groß und Klein in seinen Bann.

Als Vorbild wurde immer wieder die Holtenauer Straße genannt, die es mit verschiedenen Anstrengungen geschafft hat, vom „gesichtslosen Nebenzentrum Kiels“ zu einer beliebten Einkaufsstraße zu werden. Ausschlaggebend dafür sei die Vernetzung der Kaufleute und die Ausrichtung von Veranstaltungen in einem regelmäßigen Rhythmus, machte ein Zuhörer deutlich.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen