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Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung : „Wer macht was und warum?“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Deutsche Entwicklungszusammenarbeit: Besuch einer peruanischen Delegation an der FHVD als Anstoß für Reforminitiativen.

shz.de von
erstellt am 08.Dez.2016 | 06:00 Uhr

Altenholz | Besuch aus Peru konnte Professor Dr. Joseph Rogosch, Präsident der Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung (FHVD) am Dienstag begrüßen. Nachdem er im Oktober selbst in Südamerika zu Gast war, stattete nun eine Delegation der Fachhochschule einen Besuch ab.

Die Bundesrepublik Deutschland ist „nicht am Ende ihrer Erkenntnisse“, erklärte Rogosch, aber sie könne auf eine beeindruckende Geschichte der Reformen des Verwaltungs- und Wirtschaftssystem zurückblicken. Diese Erfahrungen stoßen auf ein reges Interesse vieler Partnerländer in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Der SOB (Struktur- und ordnungspolitischer Beratungsfond zur Reformgestaltung) hat vor, Partnerländer über Netzwerke deutscher Experten und Verwaltungen in den Bereichen Dezentralisierung, politische Teilhabe, öffentliche Finanzen, Wirtschaftspolitik zu stärken und Innovationen zu fördern. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat hierfür Bolivien, Myanmar, Pakistan, Palästinensische Gebiete, Peru und Serbien ausgewählt. Diese Zusammenarbeit erfolgt über über Studienreisen, Fachaustausche und Partnerschaften mit deutschen Verwaltungen. Die Delegation, geleitet vom Präsidenten der Nationalen Verwaltungsfachhochschule in Peru (ENAP), Dante M. Antonioli, traf Rogosch und die Dekanin des dualen Studiengangs „Öffentliche Verwaltung“, Silke Lautenbach. Der Austausch zwischen Peru und Deutschland wird durch den SOB unterstützt, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) managt die Kooperation im Auftrag des BMZ.

In den Partnerländern besteht ein hohes Interesse daran, struktur- und ordnungspolitische Ansätze Deutschlands zu analysieren und eigene Reformen anzustoßen. Andersherum soll deutsches Know-how bedarfsgerecht bereitgestellt werden, um den Partnerländern Reformen zu erleichtern und mögliche Wege für die Zukunft als Rechtsstaat aufzuzeigen.

An der FHVD studieren derzeit rund 1000 Studierende im dualen System. Das Studium ist in Trimester gegliedert. Einmal im Jahr verbringen die Studierenden vier Monate im Praxistrimester in ausgewählten staatlichen Einrichtungen. Dieses System wurde der peruanischen Delegation vorgestellt. Das Ineinandergreifen der Theorie- und Praxisanteile sowie die Erfahrungen des Dienstherren, der Hochschule und der Studierenden konnten besprochen werden. Das Mischungsverhältnis von Theorie und Praxis ist Rogosch und Lautenbach zufolge das, was den erfolgreichen Ausbildungsprozess in der Verwaltung in Deutschland ausmacht. Die Studierenden „müssen Grundsätze lernen und lernen sich in der Praxis zu integrieren“, so Lautenbach.

Zurzeit sind dringend benötigte Reformen in Peru nicht umsetzbar, weil ein großer Mangel an ausgebildeten Verwaltungsfachkräften herrscht. Antonioli verspricht sich von der Zusammenarbeit mit Deutschland unter anderem eine Umgestaltung der Verwaltungsfachausbildung an seiner Hochschule in Peru. Auch Rogosch visiert die weitere Kooperation mit der ENAP an. Die Kompetenzen, Ideen und Anregungen seien vorhanden und der Erfolg abhängig von der politischen Entscheidung und der Umsetzung der Erkenntnisse und Erfahrungen. Rogosch sieht den Austausch als einen wechselseitigen Prozess, in welchem man voneinander lernen kann. Der Besuch der Delegation sei ein erster Schritt des zukünftigen Prozesses – er diente als Auftakt und zum Ideenaustausch „Wer macht was und warum?“

Bereits Anfang der Woche besuchte die Delegation das Deutsche Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung in Speyer und die Fachhochschule Nordrhein-Westfalen in Köln. Nach dem Besuch in Altenholz stand ein Ausflug in die Kieler Staatskanzlei und das Zentrum für Aus- und Fortbildung in Hamburg auf dem Programm. Die Woche gipfelt in einem Workshop aller Teilnehmer der sechs Partnerländer in Hamburg, wo Erfahrungen zusammengetragen und ausgetauscht werden sollen.

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