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Eckernförder Zeitung

24. Oktober 2017 | 03:26 Uhr

Wer fliegen will, muss packen können

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 23.Jan.2014 | 00:31 Uhr

Es war Ende September, die Sonne Kroatiens lockte. Natürlich sind einige Stolpersteine auf dem Weg dahin zu überwinden, als da sind: die Anfahrt nach Hamburg mit Bus oder Taxi, die vorgeschriebene Zeitplanung und ... die Zollabfertigung.

Wir hatten die Koffer aufgegeben und warteten nun auf die letzten Zollkontrollen, leichten Herzens und mit leichtem Bordgepäck. Meine Freundin und ich waren ziemlich die letzten in der Schlange, legten Jacke, Rucksack und unser spärliches Handgepäck auf das Band, und dann ging es los mit dem Bürokratismus. Alles, was man so im Kosmetikkoffer hat, kam auf den Tisch, aufs Band, nein, es sollte in eine Plastiktüte gepackt werden. Plastiktüte? Hat man die immer dabei? Ich fand eine kleine in einer Innentasche, meine Freundin musste am Automaten für 50 Cent eine kaufen.

Und dann die nächste Hürde - meine kleine Wasserflasche war zu groß, mehr als 100 ml ... 100 Milliliter? Na gut, das Wasser wurde ausgetrunken. Ich hatte gelesen, dass ‚größere Mengen Flüssigkeit“ nicht im Handgepäck mitgenommen werden dürfen, aber nicht, dass 125 ml schon eine größere, sprich, verbotene Menge sind.

Und dann schlug die Bürokratie richtig zu. Meine neu gekaufte Haarkur als für mich seit Jahren unerlässliche Ergänzung zum Shampoo sollte ich wegwerfen. Ich konnte den Sinn wirklich nicht verstehen, wurde immer wütender, je mehr der Zollbeamte erklärte. Sein Chef kam, erklärte noch mal, was ich einfach nicht begreifen wollte. Aber ich kam tatsächlich nicht umhin, meine 25 ml zu große Packung mit dem cremigen, zähflüssigen Inhalt in Hamburg zu lassen. Ich wollte sie voller Wut im Bauch dort lassen, als es hieß, nein, nein, ich müsste sie nun selbst im dafür vorgesehenen Abfalleimer entsorgen. Den Knall muss man bis Eckernförde gehört haben, als ich mit voller Wucht und Wut die kompakte kleine Flasche hineinwarf. Später hörte ich noch von einigen Fluggästen, dass auch sie um einige Toilettenartikel erleichtert den Flug antraten.

Meine Wut ob solcher mir immer noch unverständlichen Praktiken hielt lange an. Natürlich hätte ich die Haarkur-Packung im Koffer verstauen können, er wog nur 13 kg, aber ich sah einfach keine Notwendigkeit. Falls ich wirklich Böses geplant hätte, wäre es mir doch sicher auch mit einer 25 ml kleineren Packung gelungen, oder?

Liebe Hersteller von Shampoo, Lotion, Duschgel usw., könnt ihr nicht eure Verkaufsstrategie ändern und in Zukunft die 125-ml-Fläschchen, vielleicht extra für flugunerfahrene Urlauber auf 100 ml reduzieren? Der Müll speziell am Hamburger Flughafen würde drastisch gesenkt werden können. Nach einer wunderschönen sonnigen Urlaubszeit kamen wir dann auf dem Nachhauseweg ohne Beanstandung durch den Zoll. Inzwischen habe ich gehört, dass wohl überwiegend in Hamburg diese harte Praxis angewandt wird.
PS: Wie tröstlich war es für mich, dass ein junger Redakteur unserer Zeitung die gleiche Posse mit seiner Zahnpasta erlebte. Diese „Flüssigkeit“ hatte ich in der Drogerie im Miniformat gekauft, aber nur, um in der Kosmetiktasche Platz zu sparen.


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