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Fliegende Kunstwerke : Wenn Teddys Haie am Himmel jagen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Drachenfest in Waabs findet gute Beteiligung von Großdrachenfliegern und Familien / Bis zu 500 Stunden Arbeit stecken in einem Motiv

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Alles war angerichtet: Ein fast blauer Himmel, und auch die Sonne schaute am Samstagnachmittag auf der Drachenwiese neben dem Campingplatz Heide in Kleinwaabs vorbei. Nur der Wind hielt sich zurück. Trotzdem stiegen große Teddybären, Frösche, Haie, Teufelchen und Tintenfische in den Schwansener Himmel auf. Ob Einheimische oder Urlauber – die zahlreichen Zuschauer bestaunten die großen Himmelsattraktionen, die beim Drachenfest in die Lüfte stiegen.

Bernd Telkamp, Cheforganisator des Events, freute sich über den regen Zuspruch: „Wir haben zahlreiche Gäste hier, die mit ihren Kindern Drachen steigen lassen. Zudem sind über 30 Großdrachenflieger aus ganz Deutschland hier.“ Einer davon ist Johann Scheffler aus Gronau in Nordrhein-Westfalen. Den 46-Jährigen hat das Drachen-Fieber schon früh als Kind gepackt: „Mein Vater hat es mir gezeigt. Dann haben wir Kinder aus Zeitungspapier, Kartoffelkleber und Stöcken aus dem Wald unsere ersten eigenen Drachen gebaut und steigen lassen.“

Das Drachensteigen hat den Familienvater nicht mehr losgelassen. So reist er alleine oder zusammen mit seinen Freunden, dem „Einleinerteam Gronau“, in ganz Deutschland zu den Drachenevents. „Ab Ostern geht die Saison für uns los. Der letzte Höhepunkt ist Ende Oktober das Drachenfest auf Fehmarn. Dann geht es wieder an die Nähmaschine“, erzählte Scheffler lächelnd. Im Winter werden die neuen Drachen hergestellt. „Wir sind die Männer an der Nähmaschine“, meinte der Gronauer. Ob 13 Meter-Fisch oder Riesen-Tintenfisch – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. „Wir bauen alle unsere Drachen selbst. Ich sehe während der Drachenfeste im Jahr verschiedene Motive, die ich dann im Winter umsetze.“

Dann wartet viel Arbeit auf den Drachensteiger. „Manchmal sind es etwa 200 Stunden Arbeit, manchmal können es aber bis zu 500 Stunden werden. Das kommt immer auf das Motiv an“, sagte Scheffler. Dann bereitet er seinen Riesenfisch für den „Flug“ vor. An der Leine hängt schon ein Stern und zwei bissige Haie. „Heute ist hier wenig Wind. Da muss man Geduld haben für die richtige Böe, die den Drachen nach oben steigen lässt“, erzählt der Gronauer. Die Geduld hat sich am Ende gelohnt. Der Fisch schwebt ebenfalls an der Leine über der Drachenwiese in Kleinwaabs. Auf dem Gesicht Scheffler liegt ein Lächeln: „Das ist auch das Faszinierende für mich als Drachensteiger: Das Spiel mit der Natur und wenn man dann dem Publikum seine Drachen am Himmel präsentieren kann.“


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