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Schafschur in Haby : Wenn’s den Schafen an die Wolle geht

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Hoffest bei Ute und Peter Furck in Haby / Bei Schafscherer Otto Möller verlieren die Tiere innerhalb weniger Minuten ihre Wollpracht

Haby | Die Wolle muss runter. Um den Schafen von Ute und Peter Furck aus Haby aus ihrem dicken Winterpelz zu helfen, kommt eigens der Schafsscherer Otto Möller, der mit geschickten Handgriffen die wertvolle Wolle der Tiere gewinnt. Die Schafschur der Herde war der Höhepunkt des Hoffestes, zu dem das Ehepaar Furck vom Schafhof Haby eingeladen hatte. Unterstützt wurden sie dabei von ihren Kindern, Christan und Nora König, die in Lindau den „Bunten Bauernhof“ betreiben.

Die Besucher waren eingeladen, sich über die wolligen Vierbeiner und ihre Haltung zu informieren. „Das Fest ist eine gute Gelegenheit, mit den Besuchern über die Tierhaltung und die traditionelle Landwirtschaft ins Gespräch zu kommen“, erläuterte Peter Furck ein Ziel der Veranstaltung. Die Menschen hätten großes Interesse und stellten immer häufiger Fragen. „Heutzutage, wo keiner mehr Zeit für etwas hat bekommen viele Tiere Medikamente und Kraftfutter. Früher hatten die Menschen kein Geld, da haben sie sich Zeit für ihre Tiere genommen“. Daher verfolgen Peter und Ute Furck einen alten Ansatz bei ihrer Schafhaltung. Die Wertschätzung für die Tiere, den Umgang mit ihnen und deren Produkte stehen im Mittelpunkt für das Ehepaar, das die Schafhaltung vor neun Jahren für sich entdeckte.

Die Herde von derzeit 66 Schafen, die sich durchweg aus alten Rassen wie dem Rauhwolligen Pommerschen Landschaf oder dem Bentheimer Landschaf zusammensetzt, steht das ganze Jahr über auf der Weide. „Nur zum Lammen kommen die Mutterschafte für einige Tage in den Stall, um eine Bindung zum Nachwuchs aufzubauen“, erläuterte Peter Furck. Im Mittelpunkt des Hoffestes am Sonntag stand jedoch die Schur der Vierbeiner, die Schafscherer Otto Möller übernahm. „Man braucht einen Scherer, der sich Zeit nimmt“, weiß Peter Furck um die Besonderheiten der alten Schafrassen, die rundherum stark bewollt sind. Doch auch mit den kräftigen Landschaf-Böcken hatte Otto Möller keinerlei Mühe. „Die Jährlinge sind unsere Überraschungseier“, spielte Hofbesitzer Furck auf die erst dann sichtbare Wollfarbe der jungen Schafe an, die vor der Schur mitunter durch die Sonne ausgeblichen sein könne. Während die Mutterschafe an der Reihe waren, brachen bei den schon geschorenen Böcken kleinere Rangeleien aus. „Sie erkennen sich nun nicht mehr und testen ihre Rangfolge neu aus“, beschrieb Furck. „Das ist typisches Männergehabe“, scherzte er und rückte den Böcken mit einigen Tropfen Bier zu Leibe. „Dies bewirkt, dass die Schafe nun gleich riechen“, so sollten sich die Rangeleien bald einstellen.

Abseits der Schafschur konnten die Besucher das sonnige Wetter im Garten des Hofes bei Kaffee und Kuchen oder einer Lammbratwurst vom eigenen Fleisch genießen. Am Nachmittag gab es dann Gelegenheit, die Weiterverarbeitung der Wolle durch Spinnen oder Filzen hautnah zu verfolgen. Vorwiegend um Kontakte zu knüpfen, war Maimuna Nack aus Kiel nach Haby gekommen. Ihr Ziel ist es, abseits der Massenproduktion eigene Kleidung selbst herzustellen. „Ich würde gerne die Schritte vom Schaf bis zum Kleidungsstück alles selbst machen“, hat sich Maimuna Nack die „germanische Bluse“ als Vorlage ausgesucht, die einst bei Ausgrabungen entdeckt wurde. Das Waschen, Kardieren, Spinnen, Färben und Weben im eigenen Webstuhl möchte die Kielerin in Eigenleistung bewerkstelligen. „Ich habe ein festes Ziel im Auge und man lernt viele Menschen dabei kennen“, war Maimuna Nack dankbar für die Kontakte auf dem Hoffest.

Auch Peter Furck war in seinem Element. „Es geht uns darum, die Schafhaltung zu leben und zu vermitteln“, freute er sich über die zahlreichen interessierten Besucher.  

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