Kassenschlager : Wenn Einkaufen zum Erlebnis wird

Feuchte Witterung, musikalische Stimmung: Armin Heldt sang die Menschen in sein Café, Claudia Piehl begleitete ihn auf dem Keyboard.
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Feuchte Witterung, musikalische Stimmung: Armin Heldt sang die Menschen in sein Café, Claudia Piehl begleitete ihn auf dem Keyboard.

Der erste lange verkaufsoffene Abend „Kassenschlager“ hat Anklang gefunden – zumindest bei den Menschen, die trotz des schlechten Wetters den Weg in die Innenstadt gefunden haben. Verbesserungsvorschläge gibt es trotzdem.

shz.de von
21. Juni 2014, 05:49 Uhr

Das konnte sich sehen lassen: ein verkaufsoffener Donnerstagabend in Eckernförde. Viele Geschäfte in der Kieler Straße, Nicolai- und Frau-Clara-Straße sowie in der Speicherpassage hielten ihre Türen vorgestern von 19 bis 22 Uhr offen. Sicher eine gute Idee des Wirtschaftskreises Eckernförde (WKE).

Welches Bild bot sich den relativ wenig Besuchern? Nur einige Geschäfte und mehrere Restaurants hatten geöffnet. Dort aber warteten Musik, gute Angebote und häufig auch etwas Ess- und Trinkbares auf die Unerschrockenen. Wer sich bei so einem unfreundlichen weil windigen und regnerischen Wetter auf die Einkaufspirsch gemacht hatte, dem gebührte auch eine Belohnung.

Schon von Weitem hörte man Musik; sie kam vom Café Heldt, wo Claudia Piehl und ihr Ensemble mit witzigen Schlagern und guten Texten für Gemütswärme sorgten. Armin Heldt schmetterte den „Bel ami“, Silke Harz sang von Schuhen und Handtaschen, Angela Iwersen fragte kokett „Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben?“ Hier blieben doch einige Passanten stehen, manche setzten sich auch an die Tische – allerdings mussten erst die Regenpfützen heruntergewischt werden, derweil unter der Markise „La Piehl“ in die Tasten griff. Nett und couragiert – der gesamte Auftritt.

Beim Schuhhaus Krohn wärmte Julian Taylor mit Gitarre und sehr angenehmer Stimme die vereinzelten Käufer und Passanten. In „La Taverna“ sorgten Jörg Paulsen, Carsten und Tanja Arndt ebenfalls für eine angenehme Atmosphäre. Im Sportfachgeschäft Teichmann wartete dann obendrein noch eine besondere Überraschung: Hier spendierte Geiger Helmut Herzog ein virtuoses Solo für Brigitte Thies. Er war fröhlich auf der ganzen Meile unterwegs – wenn es zu sehr regnete, kam seine Violine einfach unter’s Jackett.

Wein und Selbstgebackenes gab‘s bei Parfümerie Broecker. Suse Friedrichsen und Jogi Freyermuth spielten als „Secondwind“ ganz passend vor Mützen- und Eisgeschäft. Bei der Kälte fröhliche Musik zu machen, war eine Hochleistung. Da hatten es Gesche Clasen und David Shamban besser: Wie auch das neue Duo Angela Iwersen und Ralf Wittrock spielten sie bei „Römer&Wein“. Da war es warm, trocken und mit den vielen Gästen sehr gemütlich. Und guten Öko-Wein gab es in der Speicherpassage: Gerd Kasan schenkte aus, und Weinliebhaber kosteten gerne.

Die Meinung der Geschäftsleute: Gerne wieder und auch regelmäßig, aber es sollte vorher mehr Reklame gemacht werden. Besser wäre auch ein Termin in der Touristen-Hochsaison, der sich nicht mit anderen Ereignissen überschneidet. Und die Musik sollte schon um 18 Uhr beginnen, um die Kunden in der Stadt zu halten.

Die Gäste zeigten sich einhellig angetan: „Weiter so – tolle Idee“, sagte Bernhard Sabisch. „Gute Atmosphäre – für’s Wetter kann keiner was“, war Klaus Jaich der Meinung. Und Marion Anskat aus Rendsburg sagte: „Das sollten sie mal beibehalten.“ Einstimmig wurde die Idee für gut befunden, aber kritisiert, dass viele Geschäfte schon vorzeitig schlossen und manche erst gar nicht aufmachten.

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