Galerie Carlshöhe : Wenn eine leere Filmdose zum Kunstrequisit wird

Elementare Aufbauarbeit: Eike Eschholz, Angelika Einerhand, Uta Masch, Marina Birkert, Sabine Stanjek (v. l.) sowie Clemens Richter (auf der Leiter) bereiten ihre 'Elemente'-Ausstellung vor. Fotos: Kühl
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Elementare Aufbauarbeit: Eike Eschholz, Angelika Einerhand, Uta Masch, Marina Birkert, Sabine Stanjek (v. l.) sowie Clemens Richter (auf der Leiter) bereiten ihre "Elemente"-Ausstellung vor. Fotos: Kühl

In der Galerie Carlshöhe zeigen acht Künstler ihre Arbeiten zum Thema "Elemente". Vernissage am Sonntag.

shz.de von
13. Juni 2013, 07:50 Uhr

Eckernförde | Acht Künstler, acht Charaktere, acht individuelle Blicke auf die Welt und ihre Elemente - in der Galerie Carlshöhe können die Besucher ab sofort tief eintauchen in die Darstellungskunst von Luft, Wasser, Erde und Feuer. Am Sonntag, 16. Juni, wird Galeristin Marlies Greifenberg die Ausstellung "Elemente" um 15 Uhr offiziell im Beisein der Künstler eröffnen. Die Arbeiten von Clemens Richter (experimentelle Fotografie), Marina Birkert, Angelika Einerhand, Eike Eschholz, Uta Masch (Malerei), Silke Reinhold (Skulpturen), Sabine Stanjek (Fotografie) und Nils Winderlich (geschmiedete Skulpturen) sind bis zum 28. Juli auf Carlshöhe zu sehen.

"Himmlisch, leicht, kraftvoll, erdig" lautet der Untertitel der Elemente-Ausstellung, die die Galeristin zusammengestellt hat. Marlies Greifenberg hat dabei auf vertraute Gesichter aus den Carlshöher Ateliers zurückgegriffen und die Künstlergruppe um die Sternzeichen-Bilder von Angelika Einerhand, die schmiedeeiserne Skulpturen von Nils Winderlich und die ungewohnten Luftbilder aus dem Doppeldecker von Clemens Richter qualitativ hochwertig ergänzt. Daraus entstanden ist eine faszinierende Mischung elementarer Kunst, die sich zu entdecken lohnt.

Eine Carlshöhe-Premiere feiert der bei Sieseby lebende Kapitän auf Großer Fahrt, Pilot, Boots- und Flugzeugbauer, meisterhafte Bogenschütze, Schriftsteller und Fotograf Clemens Richter. Der vielseitige operierende und experimentierfreudige 61-Jährige hat sich in Schwansen angesiedelt, um von dort aus unter anderem die experimentelle Fotografie weiterzuentwickeln. Dazu schwingt er sich mit seinem selbstgebaute Doppeldecker in die Lüfte, lässt die Maschine kurz freihändig fliegen, um seine Aufnahmen zu machen. Dabei klebt er auch schon mal eine leere Filmdose aufs Objektiv, um einen experimentellen Tunnelblick mit ungeahnter Perspektive zu erzeugen - mit seinen tradierten, aber ebenfalls sehr sehenswerten, Luftbildern kann er nämlich schon ganze Zeitungsseiten oder Galeriewände dekorieren. Die sichtbaren Streben oder Tragflächen dienen dabei als plastische Fluchtlinien zum Aufbau der Raumtiefe.

Wie sich anhand von Clemens Richter leicht nachvollziehen lässt, könnte jeder der acht Künstler spielend eine Einzelausstellung bestücken. Es spricht für die Qualität und Größe der Galerie Carlshöhe, dass gerade dies nicht erfolgt und jeder sich reduzieren muss. Was wiederum dem Gesamteindruck zugute kommt.

Neben dem Newcomer Richter tummeln sich auch bekannte Carlshöher Gesichter in den Galerieräumen. Fotografin Sabine Stanjek und Malerin Marina Birkert gehören dazu. Die eine fotografiert Baumstrukturen, die andere malt die Ostsee "plein air" in vielen Variationen. Und auch sie experimentieren, auf den ersten Blick kaum sichtbar, so gut gelingt es ihnen: Marina Birkert hat zwei Wellenfotos zur Blauen Stunde von Sabine Stanjek mit feiner Hand und blauen Farben nachcoloriert und zu einem Foto-Bild weiterentwickelt.

Nebenan sind spirituelle Bilder von Eike Eschholz zu sehen - Regieanweisung: In die Mitte des Raumes stellen, sich drehen, die Bilder der Reihe nach betrachten und dann spontan auf jenes zugehen, das einen am meisten anspricht und den bewusst klein gedruckten Spruch darunter lesen. Auch das verspricht Erkenntnisgewinn.

Strahlkraft besitzen auch die die von Angelika Einerhand mit kräftigen Acrylfarben auf Leinwand gebannten Sternzeichen-Bilder und die Landschaftsbilder von Uta Masch.

www.galerie-carlshöhe.de, mi. 15-18 Uhr, sa. und so. 14-17 Uhr, Ausstellungseröffnung 16. Juni, 15 Uhr

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