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Eckernförder Zeitung

18. August 2017 | 18:29 Uhr

Mobbing : Wenn die Seele keinen Ausweg findet

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Joachim Benckendorff hat eine Mobbing-Selbsthilfegrunde gegründet. In ihr können Betroffene im geschützten Raum über ihre Probleme reden und Lösungen suchen.

Für viele Menschen ist es ein Tabuthema: Mobbing. Dabei kommt das ständige Schikanieren und seelische Verletzen von Menschen in allen gesellschaftlichen Lebensräumen vor: in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Internet. Typische Mobbinghandlungen sind die Verbreitung falscher Tatsachen, die Zuweisung sinnloser Arbeitsaufgaben, Gewaltandrohung, soziale Isolation oder ständige Kritik an der Arbeit.

Joachim Benckendorff hat vor einem Jahr eine Mobbing-Selbsthilfegruppe gegründet und ruft Betroffene dazu auf, die Scheu zu überwinden, sich mit seinen Problemen an Leidensgenossen zu wenden. Er selbst hat sich in seinem Berufsleben als Mobbingopfer empfunden – sein ehemaliger Arbeitgeber sieht das anders.

Auf Anregung von Bekannten hat der Eckernförder die Selbsthilfegruppe gegründet, die sich an jedem zweiten Donnerstag im Monat um 20 Uhr in der Bürgerbegegnungsstätte trifft. In ihr sprechen die Teilnehmer darüber, wie man den täglichen Angriffen begegnen kann, was die Ursachen sind und welche rechtlichen Möglichkeiten es gibt. Dabei weiß Joachim Benckendorff: „Nicht jeder Streit ist Mobbing.“ Aber auch: „Der Konkurrenzgedanke in unserer Gesellschaft begünstigt Mobbing. Neid und Missgunst sind aller Laster Anfang.“

In der Gruppe geht es nicht um Fachgespräche, vielmehr sollen sich die Betroffenen Mut machen, Verhaltensregeln besprechen und sich gegenseitig den Rücken stärken. Wenn gewünscht, könnte sich die Gruppe auch in den Konflikt einschalten. „Viele Betroffene von Mobbing ziehen sich zurück“, sagt Joachim Benckendorff. „Ihnen wird suggeriert, dass sie schlecht sind.“ Die Gruppentreffen sollen ihnen zeigen, dass das nicht der Fall ist. „Es geht darum, ins Gespräch zu kommen und gemeinsam zu überlegen, was man machen kann“, so Benckendorff. Ein Rat ist das Führen eines Mobbing-Tagebuches, ein weiterer das Ansprechen des Problems bei Vorgesetzten. „Manchmal ist es auch das Ausstrahlen mangelnden Bewusstseins, das Mobber dazu führt zu denken, dass sie es mit einem ja machen können.“

Joachim Benckendorff hat sich privat mit dem Thema vertraut gemacht, ein Wochenendseminar besucht und viel gelesen. Er ist sich sicher: Allein wenn Menschen mit Gleichgesinnten über ihre Probleme sprechen und auf Verständnis stoßen, geht es ihnen schon besser. Dabei werden alle Gespräche natürlich vertraulich behandelt.

>Das nächste Treffen der Selbsthilfegruppe Mobbing findet am Donnerstag, 13. Februar, um 20 Uhr in der Bürgerbegegnungsstätte am Rathausmarkt statt. Infos: Telefon 81577, Mail: sjbenckendorff @gmx.de.

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erstellt am 07.Feb.2014 | 06:25 Uhr

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