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ausstellungseröffnung : Wenn die Rente nicht mal für das Nötigste reicht

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Im Amtsgebäude Dänischer Wohld ist die Ausstellung „Altersarmut bekämpfen – heute die Weichen für morgen stellen“ zu sehen. Nicht nur ein Problem der Städte – auch im Wohld leben Menschen, die Anspruch auf Grundsicherung und Wohngeldhaben.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 06:33 Uhr

50 Jahre ihres Lebens ist Ingeborg K. zusammen mit ihrem Ehemann selbstständig tätig gewesen. Dann folgte die Scheidung. Jetzt ist die 72-Jährige trotz jahrelanger Arbeit auf die Tafel angewiesen, da sie nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügt. Kein Einzelfall, wie die Ausstellung „Altersarmut bekämpfen – heute die Weichen für morgen stellen“ im Amtsgebäude Dänischer Wohld zeigt. Bis zum 29. April zeigt das Soziale Bündnis für Schleswig-Holstein, bestehend aus Awo, DGB-Nord und Sozialverband Deutschland, im Eingangsbereich Fotos betroffener Männer und Frauen.

Dass Altersarmut ein immer dringlicheres Thema der Gesellschaft ist, machte Helge Hinz, Verbandssekretär des Awo-Landesverbandes deutlich. „Die Zahlen sind erschreckend. 16 000 Menschen können von ihrer Rente allein nicht leben“, so Hinz. „Vor allem Frauen sind betroffen.“

Im Amtsbereich leben rund 16 000 Menschen. Nach Auskunft von Amtsdirektor Matthias Meins gibt es 63 Bedarfsgemeinschaften, die eine Grundsicherung erhalten, und 90 Wohngeldgemeinschaften. Das Recht auf Grundsicherung sei für jeden selbstverständlich, so Meins. Und doch scheuten viele ältere Menschen den Schritt ins Amt, weiß DRK-Vorsitzende Jutta Drümmer. Diese gelte es abzuholen. Eine Anlaufstelle ist die Gettorfer Tafel, so Mitarbeiter Manfed Lais. Rund 40 Kunden kommen jeden Freitag und holen Lebensmittel für rund 100 Menschen ab. Jetzt ist sie selbst in Not – die Tafel muss Ende April den ehemaligen Plus-Markt verlassen. Sie sucht immer noch nach neuen Räumen. Bürgermeister Jürgen Baasch bot als Übergangslösung bis zum Winter den Bauhof an.

Awo-Ortsvereinsvorsitzender Wulf-Dieter Stark-Wulf hofft, durch die Ausstellung mehr Sensiblität für das Thema Altersarmut zu wecken. Die Schwarz-Weiß-Bilder stammen von der Bonner Fotografin Cynthia Rühmekorf. Zu sehen ist die Ausstellung montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr und donnerstags von 8 bis 18 Uhr.

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