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Plattdeutsche lesung : Wenn die Kinder flügge werden

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ines Barber liest in der Reihe „Platt op Gut Knoop“ aus ihrem neuen Buch „Nieget Speel – nieget Glück“ im Gartensaal. Die Autorin erzählt vom zweiten Lebensabschnitt.

Das Blumenarrangement auf Gut Knoop war mit Spielkarten und Würfeln ausstaffiert, passend zum Thema des Abends: Die Journalistin und Schriftstellerin Ines Barber, vielen Hörern des NDR bekannt aus der Sendung „Hör mol’n beten to“, war am Donnerstagabend bereits zum dritten Mal im Rahmen der von Sonja und Karl-Heinz Langer veranstalteten Reihe „Platt op Gut Knoop“ mit ihrem neuen Programm „Nieget Speel – nieget Glück“ zu Gast in Altenholz. In der von ihr gewohnten, teils sarkastischen, teils ironischen und vor allem selbstironischen Art, unterhielt sie ihr Publikum im vollbesetzten Saal des Gutshauses mit neuen Geschichten, welche die Tücken des Alltags widerspiegeln.

Da geht es oft um Kleinigkeiten – vom nervenden Vibrationsalarm des Handys über Frikadellen bis hin zur Marzipantorte mit „ordentlich Slackermaschü“. Und es geht um Dinge, die das Leben verändern, wie zum Beispiel ums „Loslaaten“, wenn die Kinder flügge werden, das Haus verlassen und „noch nich mol toon Wäschewaschen nahuus kümmt“. Aber man ist ja nicht nur Mutter, sondern auch die „tollste Tante“ und geht dann halt mit den Neffen auf den Jahrmarkt, um festzustellen, dass man bei einer Fahrt mit dem „Break Dancer“ nach gebrannten Mandeln, türkischem Honig und Crêpes mit Nutella nicht so recht weiß, ob „de Magen nu baven oder ünner is“. Unterstützt durch stets passende Gestik und Mimik vermittelt Ines Barber einem das Gefühl, bei der Fahrt im Karussell leibhaftig dabei zu sein. Egal, ob es um einen Besuch bei der Krankengymnastik geht, um die Frage, wie man seinem Hund eine Tablette schmackhaft macht oder um das Geheimnis einer langen Ehe („Ganz eenfach, du dörvst eenfach nich utenanner gahn“) – viele Dinge in ihren Erzählungen dürften dem einen oder anderen Zuhörer aus Eigenerfahrung bekannt vorgekommen sein. Mit Platt in Berührung gekommen ist Ines Barber bereits in ihrer Kindheit in Rendsburg, wo sie geboren wurde und auch heute, nach 23 Jahren „Zwischenstation in Eckernförde, wieder lebt. Im Elternhaus wurde viel Platt geredet, allerdings nicht mit ihr. „Ich bin mit Plattdeutsch groß geworden und liebe die Sprache. Sie baut eine gewisse Nähe auf und man kann schnell auf den Punkt kommen. Zudem bedeutet sie für mich so etwas wie Heimat“, so die 57-jährige Barber.


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