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Theater an der Isarnwohld-Schule : Wenn der Sklave berlinert

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Schauspieler Jan Katzenberger und Regisseur Dieter Seidel bringen Komödie „Die Adelphen“ auf die Bühne.

Gettorf | Vom Theater N.N. in Hamburg kam der professionelle Schauspieler Jan Katzenberger und der Regisseur Dieter Seidel nach Gettorf um den Schülern der Isarnwohldschule eine besondere Inszenierung dar zu bieten.

Die Komödie „Die Adelphen“ von Terenz wurde von Katzenberger als Ein-Mann-Stück auf die Bühne gebracht. Für Schüler der Fächer Latein und darstellendes Spiel war der Besuch der Vorstellung obligatorisch. Das Stück behandelt Themen wie Familienzusammenhalt und im Besonderen unterschiedliche Herangehensweisen bei der Kindeserziehung.

Während der Bauer Demea seinen Sohn Aeschinus mit strenger Hand erzieht, lässt sein Bruder Micio bei eben diesem die Zügel wesentlich lockerer. Mit Hilfe einer Schärpe, die auf der einen Seite rot und auf der anderen blau war, verdeutlichte Katzenberger dem Publikum, welche Figur er grade darstellte. Rot stand dabei für den schlecht gelaunten und strengen Demea, während blau den ruhigen und gelassenen Micio symbolisierte. Regisseur Seidel und Katzenberger hatten schon im Vorfeld viel Arbeit in das Stück investiert. So wurden Passagen, die für den Plot unwichtig waren und auch ganze Figuren herausgestrichen.

Allerdings wurde auch eine Figur hinzugefügt. So spielte Schauspieler Jan Katzenberger an zwei Stellen sich selbst, um aus dem Stück vorzulesen. Dabei handelte es sich um Passagen, die nur schwer alleine darzustellen wären. An diesen Stellen ging es um Gespräche der Protagonisten mit verschiedenen Sklaven. Den Sklaven verpassten Seidel und Katzenberger verschiedene Dialekte. So sprach einer berlinerisch und der andere bayrisch, worüber die Schüler herzhaft lachen mussten.

Das Stück wurde von den Lehrern im Vorfeld im Unterricht behandelt, sodass die Schüler wussten, worum es ging. Für beide Fächer, Latein und darstellendes Spiel, war der Besuch eine wichtige Hilfe, denn es bereitet die Schüler auch auf das Abitur vor. So bietet die Komödie eine Symbiose aus beiden Fächern, denn einige Passagen wurden auch auf Latein vorgetragen und die Kunstform der Komödie wurde näher gebracht. Den Schülern sollte außerdem vermittelt werden, dass die Frage der richtigen und guten Erziehung schon seit tausenden von Jahren diskutiert wird. „Zudem sollen sie auch einen Blick auf die Kultur bekommen“, sagte Lateinlehrerin Güde Hecht.

Im Anschluss an das Stück entwickelte sich zwischen Jan Katzenberger, Dieter Seidel und den Schülern eine Diskussionsrunde, in der Katzenberger Einblicke in das Leben und Arbeiten eines Schauspielers gab. Außerdem gab er wichtige Tipps, wie die Schüler ihr eigenes Spiel verbessern können.

Unterstützt wurde das Stück vom deutschen Altphilologenverband und dem Förderverein der Isarnwohldschule.

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