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Eckernförder Zeitung

14. Dezember 2017 | 22:26 Uhr

Wenn der Lehrer nichts zu sagen hat

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Beim Besuch der Miniphänomenta an der Fritz-Reuter-Schule sollen die Schüler selbst ausprobieren und eigene Lösungen entwickeln

Ein Schlauch, zwei Trichter – fertig ist das Telefon der Miniphänomenta. Fehlen noch viele neugierige Kinder, die es ausprobieren, darüber reden und Fragen stellen.

An der Fritz-Reuter-Schule gibt es die genügend. Zwei Wochen lang ist die Miniphänomenta als kleine Schwester des Flensburger Wissenschaftszentrums dort zu Besuch. 29 Exponate stehen in den Gängen und Fluren. An den Stationen lassen sich technische und naturwissenschaftliche Phänomene erleben. Die Schüler können sie ausprobieren, erforschen und sich mit bislang nicht gekannten Phänomenen auseinandersetzen. Was ist Luftdruck? Wie verhält sich ein Pendel? Und was bewirkt Magnetismus?

„Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer Welt auf, die durch Simulation, Informationsflut und Zeitmangel geprägt ist“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Sabine Herrmann. „Das eigene Erforschen und Ausprobieren gibt es im normalen Alltag immer weniger. Dabei werden wichtige Kompetenzen für das Berufsleben geschult, zum Beispiel selbstständig etwas zu erkunden, Hypothesen zu entwickeln und kreative Lösungen zu finden.“

Deshalb gibt es auch keine Erklärungen der Lehrer. „Wir sollen ausdrücklich den Mund halten“, sagt Lehrerin Katja Karrié. „Die Exponate haben reinen Aufforderungscharakter. Es geht darum, dass die Schüler selbst über die Phänomene reden und sich Erklärungen zurechtlegen.“

Mit dem Besuch der Miniphänomenta soll es nicht getan sein. Die Fritz-Reuter-Schule will dauerhaft einen Anstoß zum handlungsorientierten Lernen geben, deshalb ist eine eigene Ausstellung geplant. Im Rahmen des Ganztagsangebots haben Schüler mit ehrenamtlichen Helfern schon acht eigene Exponate gebaut. Im laufenden Schuljahr sollen acht weitere hinzukommen, so dass die Schule ab Sommer 2018 eine dauerhafte Ausstellung ihr eigen nennt. Drei Lehrer haben dafür eine Fortbildung besucht.

In den Genuss der Miniphänomenta kommen aber nicht nur die Schüler, sondern auch Kita-Kinder. „Wir haben eine Kooperation mit drei Borbyer Kindergärten, deren Vorschulkinder uns zwei- bis dreimal im Jahr besuchen, um Hemmschwellen zwischen Kita und Schule abzubauen und zu zeigen, wie Schule funktioniert“, erklärt Sabine Herrmann. Gestern war schon der Borbyer Kindergarten da, es folgen noch die Kitas Püschenwinkel und Nord.

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